Mit einem 8:0-Auswärtssieg beim SV Lok Leipzig-Nordost II konnten die Engelsdorfer erfolgreich die Tabellenspitze verteidigen und erneut einiges für das Torverhältnis tun. Gegen keineswegs schlechte Gastgeber, die sich jedoch bereits in Hälfte eins durch eine Unsportlichkeit selbst dezimierten, ging die Partie sogar denkbar schlecht für die Klinger-Elf los.

Nach fünf Minuten konnte Buegger seinen Gegenspieler Adler im Sechzehner nur durch ein Foul stoppen, Schiedsrichter Schilling zeigte vollkommen zu Recht auf den Punkt. Der Gefoulte trat selbst an, Fleischer bewies gegen seinen alten Verein Nervenstärke und parierte den Strafstoß souverän. Die Engelsdorfer brauchten einige Minuten, um sich von dem kleinen Schock zu erholen, kamen jedoch wenig später selbst zum Führungstreffer. Nachdem A. Jacobi ca. 20 Meter vor dem Tor unsanft gebremst wurde, legte sich Weichert den Ball zurecht und zirkelte ihn unhaltbar ins obere Eck (11.).

Trotzdem blieb die Partie zunächst recht ausgeglichen, klare Chancen waren Mangelware. Seidel und Brandwein machten über rechts nun mehr und mehr Dampf, ein Abnehmer ihrer Eingaben war zunächst nicht auszumachen. Nachdem  Winkler auf und davon war, holte ihn Lok Nordost-Schlussmann Schmidt an der Strafraumgrenze von den Beinen - mit Gelb war dieser mehr als gut bedient. Wiederum lief Weichert an, versenkte den ruhenden Ball erneut über die Mauer hinweg zum 2:0 (26.).  Kurz darauf nagelte Neumeister einen Distanzschuss an den Querbalken, leider sprang der Ball deutlich vor der Torlinie zurück ins Feld.

Nach einer halben Stunde musste Gästetrainer Klinger bereits das erste Mal wechseln. Winkler rasselte mit einem Gegenspieler zusammen und konnte nicht weiter spielen, der anfängliche Verdacht auf Nasenbeinbruch bestätigte sich leider später im Krankenhaus. An dieser Stelle nochmal gute Besserung sowie schnelle Genesung an Tom! Für ihn kam Brandenburger in die Partie, sein erster Pflichtspieleinsatz nach mehrmonatiger Verletzungspause. Er brauchte nicht lange um ins Spiel zu finden, nach gelungener Kombination setzte er Brandwein in Szene, der sich aus halbrechter Position nicht lange bitten ließ und ins lange Eck vollendete (33.). Nur eine Minute später sah der Nordostler M. Richter, wie eingangs erwähnt, wegen Nachtretens die rote Karte. Die numerische Überlegenheit nutzte A. Jacobi nach Doppelpass mit Weichert kurz vor der Pause zum 4:0 (42.).

Nach dem Wechsel änderte sich kaum etwas. Die Heimelf überließ den Gästen nun fast vollends den Ball, suchte nur noch sporadisch ihr Glück in der Offensive. Die Viererkette um Staude und den zweikampfstarken Salbert hatte weitestgehend alles im Griff, Fleischer hatte in Hälfte zwei so gut wie nichts zu tun. Weichert setzte einen Kopfball aus Nahdistanz auf den Querbalken, Brandenburger verfehlte zweimal das Ziel. Bis zum fünften Treffer, erzielt von A. Jacobi nach energischer Vorarbeit von Brandwein, dauerte es bis zur 60. Minute.

Fünf Minuten später wurde es kurios: Schiedsrichter Schilling verletzte sich ohne Fremdeinwirkung an der Wade, konnte das Spiel nicht zu Ende bringen. Etwas ratlos standen sich die Parteien gegenüber, diskutierten, wie das Spiel fortzusetzen ist. Glücklicherweise fand sich im Zuschauerrund mit dem Theklaer Sportfreund Philipp Lochner ein aktiv pfeifender Schiedsrichter, der sich - nach Einverständnis beider Mannschaften - bereit erklärte, das Spiel für die restlichen rund 25 Minuten zu leiten. Sicherlich ein Novum, nichtsdestotrotz waren beide Mannschaften froh über dessen Einsatz, der zudem fehlerlos über die Bühne ging.

Unbeeindruckt davon, machten die Klinger-Mannen nach der zehnminütigen Pause  fortwährend Druck und drängten auf weitere Treffer. Nach erneuter Vorlage von Brandwein war es Kollrich, der vor Schmidt eiskalt vollendete (70.). Per 30-Meter-Hammer donnerte A. Jacobi die Kugel mit seinem dritten Treffer zum 7:0 ins Netz (73.), ehe es ihm Weichert per Foulelfmeter (Neumeister wurde von den Beinen geholt) gleich tat (75.). Weitere Möglichkeiten von Brandenburger, Salbert oder dem eingewechselten Blaue blieben ungenutzt, das 8:0 war zugleich der Endstand der Begegnung.

Weiter geht es für die Engelsdorfer am kommenden Sonntag mit dem Heimspiel gegen den SV Schleußig 1990, Anstoß an der Hans-Weigel-Straße ist gewohntermaßen 14 Uhr! mw

Engelsdorf: Fleischer - Seidel (75. Thümmler), Staude, Buegger, Salbert - Brandwein (75. Blaue), Weichert (C), Neumeister, Kollrich - Winkler (30. Brandenburger), A. Jacobi

Tore:  0:1 Weichert (11.), 0:2 Weichert (26.), 0:3 Brandwein (33.), 0:4 A. Jacobi (42.), 0:5 A. Jacobi (60.), 0:6 Kollrich (70.), 0:7 A. Jacobi (73.), 0:8 Weichert (FE,75.)

Zuschauer: 30 (?)

Schiedsrichter: Julian Schilling

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