Nach nunmehr 12 Pflichtspielen ohne Niederlage, hat es die Engelsdorfer am vergangenen Sonntag mal wieder erwischt. Gegen den nun neuen Tabellenführer SG Rotation Leipzig 1950 II gab es eine mehr als unglückliche 1:3-Schlappe zu verdauen.

Bereits nach wenigen Minuten lag der Ball im Gehäuse der Heimelf. Nach Pass von Brandenburger wurde der Treffer von Weichert wegen angeblicher Abseitsstellung zu Unrecht nicht gegeben, eine zugegebenermaßen schwer zu entscheidende Szene. Quasi im Gegenzug ging dann plötzlich der Gastgeber selbst in Führung. Nach Engelsdorfer Ballverlust im Vorwärtsgang, war Grund auf halblinks auf und davon, ließ Schulz beim Schuss ins kurze Eck keine Chance (5.). Die Partie auf dem extrem kleinen Kunstrasenplatz war praktisch über die komplette Spielzeit ein offener Schlagabtausch, wobei das Chancenplus ganz eindeutig bei den Gästen lag. Das gewohnte Kombinationsspiel der Klinger-Elf war auf dem engen Spielfeld fast unmöglich, weite Bälle und teils unkontrollierte Aktionen waren an der Tagesordnung. Dies kam der Rotation-Elf sichtlich entgegen, nahezu jeder Ball wurde aus der tiefen Deckung weit in Richtung Sturmduo nach vorn geschlagen. Mitte der ersten Hälfte hatten sich die Engelsdorfer endgültig in die Partie gefightet, Chancen zum Ausgleichstreffer gab es einige. Allein Brandwein scheiterte insgesamt drei Mal. Knapp drüber, Aluminium sowie einmal Rotation-Schlussmann Stöckmann waren die jeweiligen Resultate. Schussversuche von Seidel sowie Winkler brachten ebenfalls keinen Erfolg, zwingende Möglichkeiten der Heimelf gab es bis zum Pausentee keine zu sehen.

Im Schneegestöber der zweiten Halbzeit wurde die Partie deutlich hektischer und härter zugleich. Auf weißbedecktem Feld ließ Schiedsrichter Habbar zudem häufiger die nötige Souveränität vermissen. Die Engelsdorfer waren nun klar tonangebend, belagerten unentwegt das Heimtor. Nachdem Brandenburgers Versuch von Stöckmann und dem Pfosten noch soeben entschärft werden konnte, war es kurz darauf endlich soweit. Ein Freistoß von Buegger segelte in den Strafraum, Lok-Kapitän Weichert war zur Stelle und versenkte per Kopf zum verdienten Ausgleichstreffer (59.). Die Klinger-Mannen wollten nun natürlich mehr, erarbeiteten sich weitere gute Möglichkeiten. Nach weitem Weichert-Einwurf war es zunächst Brandwein der am SG-Keeper scheiterte, nach gleichem Strickmuster köpfte Brandenburger kurz darauf den Ball nur an den Innenpfosten. Die Hintermannschaft um Staude musste ständig auf der Hut sein, klärte die langen Bälle der Gastgeber jedoch weitestgehend souverän und ließ kaum etwas zu. Bei einem Distanzschuss zeigte sich Schulz auf dem Posten, ansonsten waren weiterhin die Gäste am Drücker.

In der 75. Minute hätten die Klinger-Mannen für ihr Bemühen belohnt werden müssen, leider sah dies der Schiedsrichter anders. Nachdem Weichert im Sechzehner von einem Abwehrspieler und Torwart Stöckmann in die Zange genommen und regelwidrig von den Beinen geholt wurde, hätte es zwingend Elfmeter geben müssen! Warum es diesen nicht gab, wird allein das Geheimnis des Unparteiischen bleiben - selbst die beteiligten Rotation-Akteure wunderten sich über die Entscheidung!  So kam kurz darauf leider alles ganz anders, Demaving brachte mit seiner ersten nennenswerten Szene plötzlich den Gastgeber in Front. Ansatzlos zog er Höhe der Mittellinie ab, der flatternde und aus dem Flutlicht kommende Ball senkte sich über Schulz hinweg zum glücklichen 2:1 in die Maschen (84.). Wütend bliesen die Klinger-Schützlinge zur Schlussoffensive, warfen nochmal alles nach vorn. Leider klebte ihnen das Pech weiterhin am Stiefel. Erst scheiterte erneut Brandwein per Kopf, wenig später nagelte Weichert den Ball ans Lattenkreuz und damit zum insgesamt vierten Mal ans Aluminium. Ein Konter gegen die aufgerückte Lok-Elf brachte in der Schlussminute die endgültige Entscheidung, einen Abpraller von Schulz versenke wiederum Demaving zum 3:1-Endstand (89.).

Eine unter dem Strich sehr bittere Niederlage, die - trotz, dass man das Glück an diesem Tag sicher nicht gepachtet hatte - bei besserer Chancenverwertung absolut vermeidbar gewesen wäre. Dies wird die Klinger-Elf jedoch nicht umwerfen, Mund abputzen und weitermachen lautet die Devise. Am besten gleich kommendes Wochenende. Normalerweise hat man die zweite Mannschaft von Kickers Markkleeberg zu Gast, auf Grund der aktuellen Wetterlage kann es allerdings sein, dass das Heimrecht kurzerhand getauscht wird. Der Kunstrasenplatz am Markkleeberger Gymnasium könnte ein Stattfinden der Partie ermöglichen, eine dahingehende Entscheidung wird im Laufe der Woche bekannt gegeben. mw

Engelsdorf: Schulz - Salbert, Staude, Buegger, Seidel - Brandwein, Haller, Winkler (81. Wießner) - Weichert (C) - A. Jacobi, Brandenburger

Tore: 1:0 Grund (5.), 1:1 Weichert (59.), 2:1 Demaving (84.), 3:1 Demaving (90.)

Schiedsrichter: Benjamin Habbar

Zuschauer: 50

 

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