Die Engelsdorfer konnten auch am vergangenen Wochenende ihre Miniserie aufrecht erhalten bzw. weiter ausbauen. Gegen die Gäste vom LSV Südwest hieß es nach 90 umkämpften Minuten 2:2-Unentschieden, der ersten Punkteteilung für den Aufsteiger in der laufenden Saison überhaupt. Damit bleiben die Schützlinge vom Trainergespann Klinger/Mißlitz im dritten Meisterschaftsspiel in Folge ohne Niederlage und beißen sich vorläufig im vorderen Mittelfeld der Tabelle fest.

Trotz diverser Widrigkeiten - Reiche, P. Jacobi, Kaden, Kollrich sowie Brandenburger mussten ersetzt werden - gingen die Lok-Kicker optimistisch ins Spiel gegen den Tabellennachbarn. Im Vergleich zum Pokalmatch konnten zumindest Brandwein und Koenigs wieder mitwirken, letztgenannter hatte nach wenigen Minuten auch die erste Chance. Der Flügelflitzer erlief einen Pass seines Kapitäns, ließ einen Gegenspieler ins Leere laufen und verzog im Abschluss nur knapp. Wenig später war es Winkler (erster Einsatz in der laufenden Saison), der nach Zuspiel von Apreck ebenfalls zu ungenau zielte.

Die Herangehensweise der Gäste beschränkte sich ausschließlich auf lange Bälle. Immer wieder waren es die beiden Innenverteidiger Krenzlin und Heinrich, die mit „langem Hafer” in die Spitze versuchten, Druck auf die Heimelf auszuüben. Auch weite Einwürfe ihres Spielführers waren ein Stilmittel, eine brenzlige Situation musste aus einem dieser Bälle mit vereinten Kräften bereinigt werden. Die Lok-Kicker passten sich leider dieser unkonventionellen Spielweise ein Stück weit an. Zu selten wurde versucht, den Ball laufen zu lassen. Viel Hektik und Unordnung waren beiderseits an der Tagesordnung, Spielfluss kam nur selten auf.

Nach einer guten halben Stunde dann die etwas überraschende Führung für den LSV. Im Anschluss an einen Eckball wurde Albrecht aus den Augen verloren, per Direktabnahme versenkte er die Kugel zum 0:1 im langen Eck (32.). Die Engelsdorfer wollten dies noch vor der Pause reparieren, hatten aber weder bei zwei Versuchen von Weichert noch einem Abschluss von Winkler, der in dieser Situation mit einem Querpass besser beraten gewesen wäre, das nötige Fortune auf ihrer Seite.

Auch nach dem Wechsel war den Gastgebern ein Bemühen kaum abzusprechen. Alex Jacobi setzte das erste Achtungszeichen, LSV-Keeper Buhler war jedoch auf dem Posten. Die Südwestler setzten ihre Marschroute unbeirrt weiter fort, verlegten sich ob der kostbaren Führung nun noch mehr aufs Kontern. Gefährliche Situationen besaßen allerdings Seltenheitswert, besonders Salbert hatte den Top-Torjäger der Gäste, Roman Kretzschmar, gut im Griff.

Mitte der zweiten Hälfte belohnten sich die Lok-Kicker dann auch endlich für ihr Anrennen. Ein Kopfball des eingewechselten Möchen nach Abschlag vom LSV-Keeper entpuppte sich als optimale Vorlage für Alex Jacobi, der sich auf den Weg Richtung Buhler machte und diesen per Flachschuss überwinden konnte (67.). Der Jubel war groß, leider gerieten die Hausherren nur wenige Minuten später erneut ins Hintertreffen. Nach einem Freistoß aus der eigenen Hälfte war Salbert einmal nicht zur Stelle, was Kretzschmar sofort eiskalt auszunutzen wusste (73.) .

Wiederum nur zwei Minuten im Anschluss wurde John nach Haken im Strafraum von den Beinen geholt, Strafstoß war die logische Konsequenz. Seidel lief an und ließ Buhler keine Möglichkeit - 2:2 (75.). Die Engelsdorfer wollten nun natürlich mehr und drängten auf den dritten Treffer. Zunächst zischte ein Schuss von Weichert nur knapp am Tor vorbei, nach Pass zu Salbert verfehlte dieser Höhe Strafraumgrenze mutterseelenallein ebenfalls das LSV-Gehäuse.

So blieb es spannend bis in die Schlussphase hinein, welche das nicht immer souveräne Schiedsrichtergespann leider entscheidend mit prägen sollte. Haarsträubende Fehlentscheidungen - wohlgemerkt auf beiden Seiten - gipfelten in der Nachspielzeit auf einem nicht gegebenen , glasklaren Foulelfmeter zu Gunsten der Hausherren. Alex Jacobi wurde sicht- und hörbar im Strafraum „gefällt”, dass es eigentlich keine zwei Meinungen geben konnte. Eigentlich. Alle Akteure, inklusive des geständigen „Übeltäters” seitens der Gäste, waren sich einig, zu eindeutig war die Situation. Leider sahen dies die Herren in Gelb anders - lassen wir an dieser Stelle mal so stehen.

Ungeachtet des nicht gegebenen Strafstoßes, ging das Remis letztlich sicherlich in Ordnung. Keine der beiden Teams konnte sich entscheidende Vorteile erarbeiten, was die Punkteteilung am Ende gerecht erscheinen lässt.

Am kommenden Samstag haben die Engelsdorfer erneut Heimrecht. Ab 14 Uhr gibt dann der SV Brehmer Leipzig - mit einigen bekannten Gesichtern im Gepäck - seine Visitenkarte an der Hans-Weigel-Straße ab! mw

Engelsdorf: Kittel - Salbert, Apreck, Thümmler - Koenigs, Seidel, John, Brandwein - Weichert (C) - Winkler (53. Möchen), A. Jacobi

Tore: 0:1 Albrecht (32.), 1:1 A. Jacobi (67.), 1:2 Kretzschmar (73.), 2:2 Seidel (75., FE)

Schiedsrichter: Simon Wahle

Assistenten: Axel Bitterlich, Tom Weigang

Zuschauer: 51

Bilder zum Spiel gibt's HIER!

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