Und wöchentlich grüßt das Murmeltier: so oder so ähnlich ließen sich die bisherigen Leistungen bzw. Ergebnisse des Tabellenführers der Stadtklasse treffend zusammen fassen. Zum mittlerweile vierten Mal geriet man mit 0:1 in Rückstand, ebenso konnten zum vierten Mal mit dem „Lieblingsergebnis” drei Punkte eingefahren werden. Durch den 3:1-Heimsieg über Mitaufsteiger SG Leipzig-Bienitz blieb die Weste auch im achten Saisonspiel blütenweiß, punktverlustfrei grüßen die Klinger-Mannen damit weiterhin von der Tabellenspitze.

Bei nahezu optimalen Bedingungen entwickelte sich in den ersten 45 Minuten eine ziemlich ausgeglichene Partie. Viel spielte sich zunächst im Mittelfeld ab, rassige, überwiegend faire Zweikämpfe prägten die Anfangsphase. Die Engelsdorfer - in Abwesenheit ihres Chef-Trainers diesmal von „Co” Daniel Mißlitz optimal eingestellt und betreut - waren sofort bestrebt, das Spielgeschehen an sich zu reißen. Mit Brandenburger und A. Jacobi fehlten 2/3 des etatmäßigen Offensivtrios, Mannschaftskapitän Weichert blies diesmal mit Apreck und dem wiedergenesenen Winkler zur Attacke an vorderster Front. Neben den beiden Angreifern mussten auch Junghanns, Reiche, Wießner und Schulz passen, so dass mit Fleischer, Seidel und Koenigs drei weitere Akteure im Vergleich zum Mölkau-Spiel in die Startelf gespült wurden.

Die Gäste waren bestrebt, das Kombinationsspiel der Heimelf durch großen läuferischen Aufwand zu stören. Dies gelang ihnen im ersten Abschnitt über weite Strecken ganz gut, die ein oder andere Gelegenheit gab es jedoch trotzdem für den Spitzenreiter. Zunächst verzog Apreck nach Pass von Seidel aus spitzem Winkel, einen Distanzschuss von Weichert entschärfte Bienitz-Keeper Glöckner. Die beste Möglichkeit hatte wiederum Apreck, dessen Kopfball nach toller Kollrich-Flanke leider zu ungenau war. Vom Top-Torjäger der Liga war praktisch über die komplette Spielzeit wenig bis nichts zu sehen. Die von P. Jacobi gewohnt umsichtig organisierte Abwehrreihe mit Salbert und Brandwein hatte Amborn gut im Griff und gestattete ihm wenig Entfaltungsmöglichkeiten.

Auffälliger zeigte sich da schon eher dessen Mannschaftskollege Merk, welcher kurz vorm Pausenpfiff auch die überraschende Gästeführung kreieren sollte. Gekonnt setzte er sich über links bis auf die Grundlinie durch und passte in den Rücken der Lok-Defensive. Den Schuss von Amborn konnte Fleischer noch mit den Fingerspitzen an den Pfosten lenken, der Abpraller landete direkt am Rücken von SG-Angreifer Beschnidt und von dort schließlich im Netz (44.). Die Mißlitz-Elf versuchte umgehend zu antworten und verpasste um Haaresbreite den sofortigen Ausgleichstreffer. Weichert tankte sich über rechts durch, legte zurück auf Brandwein, der die Kugel mit vollem Risiko leider am Kasten vorbei jagte. So ging es „gewohntermaßen” mit einem Engelsdorfer Rückstand in die Kabinen, das Blatt sollte sich nach dem Wechsel allerdings recht schnell wenden.

Mit Wiederanpfiff berannten die Hausherren unentwegt das Bienitzer Gehäuse, schnürten die Gäste regelrecht in deren Hälfte ein. Vergab Seidel die erste Gelegenheit zum überfälligen Ausgleichstreffer zunächst noch, so zeigten die Lok-Mannen binnen acht Minuten, warum sie an der Tabellenspitze stehen. Über Koenigs landete der Ball bei Weichert, der ihn zum besser postierten Apreck durchsteckte. Staubtrocken zog dieser ab und ließ das Netz im langen Eck zappeln (58.). Sechs Minuten später bediente der Lok-Kapitän den durchstartenden Seidel, ähnlich kühl ließ auch er Glöckner per Flachschuss keine Abwehrchance (64.). Ein energischer Ballgewinn von Kollrich landete im Lauf von Apreck, der die Kugel diesmal am heraus eilenden Glöckner vorbei spitzelte (66.) und nahezu perfekte acht Minuten krönte.

Die Gäste waren nicht mehr in der Lage zu antworten, mussten dem Tempo der ersten Hälfte sichtlich Tribut zollen. Leider verpassten es die Lok-Kicker, ihre körperliche und spielerische Überlegenheit auch im Ergebnis noch deutlicher auszudrücken. Winkler, Kollrich und Jama vergaben teils beste Einschussmöglichkeiten, den Engelsdorfer Nachlässigkeiten sowie ihrem Torhüter hatten es die Gäste letztlich zu verdanken, dass es bei drei Gegentreffern blieb. Pünktlich pfiff der souveräne Unparteiische Oliver Berg die Partie ab, der samt Assistenten eine sehr solide Leistung ablieferte.

Die nächste Gelegenheit, vielleicht mal wieder selbst in Führung zu gehen, haben die Klinger-Schützlinge am kommenden Sonntag. Ab 15 Uhr ist man beim ärgsten Kontrahenten und Mitaufsteiger aus der der letzten Saison, der SG Rotation Leipzig 1950 II, an der Delitzscher Straße zu Gast! mw

Engelsdorf: Fleischer - Brandwein, P. Jacobi, Salbert - Seidel, Karwatzky (81. Jama), Koenigs, Kollrich - Winkler (81. Thümmler), Weichert (C) - Apreck (88. Staude)

Tore: 0:1 Beschnidt (44.), 1:1 Apreck (58.), 2:1 Seidel (64.), 3:1 Apreck (66.)

Schiedsrichter: Oliver Berg

Assistenten: Marc Walther, Michael Brelle

Zuschauer: 45

Bilder zur Partie gibt's HIER!

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