Dank eines hart erkämpften 3:2-Auswärtssieges beim SC Eintracht Schkeuditz, konnten die Aufsteiger aus Engelsdorf am siebenten Spieltag den zweiten vollen Erfolg in Serie feiern. Trotz zahlreicher Widrigkeiten vor und während der Partie, bissen sich die Klinger/Mißlitz-Mannen durch, zeigten eine absolut geschlossene Mannschaftsleistung und erarbeiten sich letztendlich mit großer Moral einen ganz sicher nicht unverdienten Dreier.

Neben dem gesperrten und etatmäßigen Abwehrchef Patrick Jacobi fiel mit Niels Apreck leider kurzfristig auch der Vertreter der Woche aus. Sven Brandwein musste auf Grund einer Rippenverletzung ebenfalls passen, so dass mit Tommy Reiche ein Spieler ran musste, der verletzungsbedingt seit Monaten kein Pflichtspiel bestritten hat und sich erst seit gut zwei Wochen wieder im regelmäßigen Trainingsbetrieb befindet. Zudem ging Sascha Seidel gesundheitlich angeschlagen ins Match, nach einer Viertelstunde musste zu allem Überfluss auch er die Segel streichen.

Zu diesem Zeitpunkt waren allerdings bereits zwei Treffer gefallen. Eine engagierte Anfangsphase nutzten die Lok-Kicker in Person von David Brandenburger zur Führung (10.), Felix Salbert hatte nach zunächst abgewehrtem Eckball mit guter Übersicht aufgelegt. Nur drei Minuten später fanden die Hausherren umgehend die passende Antwort. Ein weiter Einwurf konnte von den Gästen nicht aus der Gefahrenzone befördert werden und rutschte so bis zum lauernden Baldauf durch. Da der Eintracht-Angreifer die Kugel nicht richtig traf, kullerte sie unerreichbar für Kittel zum 1:1 ins Netz (13.). Kurz darauf musste Sascha Seidel wie erwähnt runter, im Zuge dessen ergaben sich einige Umstellungen bei den Engelsdorfern. Markus Thümmler ersetzte ihn und rutschte für Sebastian Kaden in die Dreierkette. Dieser agierte fortan hinter den Spitzen, Kapitän Marco Weichert ging auf die Doppel-Sechs neben Robert John. 

Trotz der diversen „Umbaumaßnahmen“ machten es die Lok-Kicker in der Folgezeit richtig gut und erspielten sich ein deutliches Übergewicht. Über die beiden Außenbahnspieler Koenigs und Kollrich wurde immer wieder energisch versucht, Möglichkeiten heraus zu kombinieren. Nach Zuspiel von Alex Jacobi war es Koenigs, der sich allein auf den Weg machte, im direkten Duell mit SCE-Keeper Prell allerdings seinen Meister fand. Nach einer Weichert-Ecke verpassten Kaden als auch Reiche den Ball am Fünfmeterraum hauchzart und somit ebenfalls eine mittlerweile durchaus verdiente Führung. Im Gegenzug verzog Eintracht-Spielführer Schröder aus der Distanz den einzig vorzeigbaren Konter der Heimelf, die ansonsten eher damit beschäftigt war, die drangvollen Engelsdorfer vom eigenen Tor fern zu halten. Da diese jedoch nicht locker ließen, verdienten sie sich wenige Minuten vorm Pausenpfiff doch noch den erneuten Führungstreffer. Von Weichert auf die Reise geschickt, fand Kollrich mit perfekt getimter Eingabe den Kopf vom eingelaufenen Koenigs - 1:2 für die schwarz gekleideten Lok-Kicker (38.). 

Nach dem Seitenwechsel wurde die Begegnung deutlich ruppiger. Zahlreiche Nickligkeiten und daraus resultierende Unterbrechungen ließen wenig Spielfluss aufkommen, was dem allgemeinen Niveau der Partie natürlich nicht zuträglich war. Die Engelsdorfer verloren dadurch ihre zielstrebige Linie der ersten Hälfte und machten somit den Gegner stärker als dieser eigentlich war. Spielerisch kam so gut wie nichts von den Hausherren, viele lange Bälle auf den steten Unruheherd Schröder erwiesen sich trotzdem immer wieder als probates Mittel. Dieser rieb sich permanent an der kompletten Defensivabteilung der Engelsdorfer auf und provozierte so immer wieder gefährliche und auch hitzige Situationen, auch wenn klare Torchancen - hüben wie drüben allerdings - zunächst Mangelware blieben. 

Aus einer dieser Situationen entwickelte sich Mitte der zweiten Halbzeit eine etwas undurchsichtige Szene, an der der Eintracht-Kapitän erneut beteiligt war. Im Anschluss an einen bereits abgelaufenen Ball an der Torauslinie, behakten sich Schröder und Reiche im Fallen gegenseitig. Beim Versuch sich aus der Umklammerung zu lösen, ging der Engelsdorfer Abwehrmann nach Meinung des Unparteiischen etwas zu rabiat zu Werke, so dass er diesen mit glatt Rot des Feldes verwies. Mit nur noch zehn Spielern mussten die Gäste also erneut reagieren, John rückte für die letzten gut zwanzig Minuten unter Mithilfe von Weichert ins Defensivzentrum. Es dauerte allerdings nicht allzu lange, bis die zahlenmäßige Ausgeglichenheit wieder hergestellt war. Eintracht-Akteur Winkler holte sich Höhe der Mittellinie nach einem Check gegen Alex Jacobi die zweite gelbe Karte ab und wurde somit ebenfalls vorzeitig zum Duschen geschickt. Auf das Spielgeschehen hatte dies aus Sicht der Gäste leider keinen positiven Einfluss. Ein weit geschlagener Diagonalball fand am langen Pfosten wiederum Baldauf, der eiskalt aus spitzem Winkel zum 2:2 einlochte (85.) und damit eine spektakuläre Schlussphase einleitete. 

Die Schkeuditzer witterten nun die Chance auf den Sieg, Lok-Keeper Kittel musste zweimal all sein Können aufbieten, um einen möglichen Knockout für sein Team zu verhindern. Auch seine Mitspieler - inklusive der mittlerweile eingewechselten Karwatzky und Möchen - mussten in den hektischen Schlussminuten alles reinwerfen, um zumindest noch einen Punkt über die Ziellinie zu retten. Dies gelang mit vereinten Kräften und mannschaftlicher Geschlossenheit eindrucksvoll, jeder einzelne stellte sich vorbildlich in den Dienst des Kollektivs. Doch es kam sogar noch besser. Eine Minute vor Ablauf der regulären Spielzeit legte sich Weichert kurz hinter der Mittellinie den Ball zurecht. Alex Jacobi schraubte sich im Sechzehner nach oben und beförderte die Kugel Richtung langes Eck. Mit den Fingerspitzen kratzte Prell das Spielgerät zwar sehenswert noch an den Pfosten, gegen den Torriecher von Brandenburger, der goldrichtig stand und nur noch den Fuß hinhalten musste, hatte schließlich auch er keine Chance mehr (89.). Nach einem Konter über Koenigs, der die Kugel mit Übersicht an den Sechzehner zurück legte, hätte wenig später der Lok-Kapitän gar noch den vierten Treffer nachlegen können. Der Ball ging jedoch über den Kasten, was angesichts des unmittelbar folgenden Schlusspfiffs glücklicherweise keine Rolle mehr spielen sollte.

Ein durchaus etwas glücklicher sowie auch dreckiger Sieg war unter Dach und Fach, für den man sich unter Berücksichtigung aller Begleitumstände allerdings ganz sicher nicht schämen muss. Mit drei wichtigen Punkten, mit denen man zudem den deutlichen Heimsieg der Vorwoche veredeln konnte, verabschiedet sich die Klinger/Mißlitz-Elf in die einwöchige Meisterschaftspause. Faulenzen ist allerdings nicht angesagt. Am kommenden Samstag steht beim Stadtklasse-Aufsteiger SV Victoria 90 Leipzig die Zweitrundenpartie im Leipziger Stadtpokal auf der Agenda. mw

Engelsdorf: Kittel - Salbert (70. Karwatzky), Reiche (72. Rot), Kaden - Koenigs, Seidel (15. Thümmler), John, Kollrich (87. Möchen) - Weichert (C) - A. Jacobi, Brandenburger

Tore: 0:1 Brandenburger (10.), 1:1 Baldauf (13.), 1:2 Koenigs (38.), 2:2 Baldauf (85.), 2:3 Brandenburger (89.)

Schiedsrichter: Simon Kleffner

Assistenten: Stefan Martin, Christian Hasse

Zuschauer: 45

 

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