Nach einer 1:3-Niederlage beim SV Lindenau, mussten die Engelsdorfer am vergangenen Sonntag das erste Mal in der neuen Saison den Platz als Verlierer verlassen. Auch wenn die Lok-Elf praktisch über die komplette Spielzeit das dominante und aktivere Team war, fabrizierte sie viel zu viele eigene Fehler, welche die Heimelf gnadenlos bestrafte. Zudem sündigte man vorm gegnerischen Kasten reihenweise mit eigenen Möglichkeiten, so dass man am Ende mit leeren Händen da stand.

Dass man sich auf Ballbesitz - ohne entsprechende eigene Torerfolge - ein Ei braten kann, davon konnte man sich bei der Partie am Charlottenhof einmal mehr überzeugen. Das gefühlte Verhältnis in Halbzeit eins betrug locker und lässig 90:10 zu Gunsten des Aufsteigers, der Pausenstand von 2:1 für die Lindenauer glich im Grunde eine Farce. Nach einem unglücklichen Ballverlust Höhe der Mittellinie war der blitzschnelle SVL-Angreifer Schreiber auf und davon, umkurvte Fleischer und schob zur frühen Führung ein (8.). Fast im Gegenzug fanden die Engelsdorfer allerdings sofort die passende Antwort. Nach Weichert-Eckball schraubte sich Patrick Jacobi hoch und nickte zum verdienten Ausgleichstreffer ein (10.).

In den folgenden Minuten wurde die Heimelf in der eigenen Hälfte quasi eingeschnürt, mit teils unkoordinierten Befreiungsschlägen wurde versucht, Schaden vom eigenen Tor fern zu halten. Die Lok-Elf ließ den Ball ordentlich laufen und brachte sich so immer wieder aussichtsreich in Position. Den Anfang einer Serie von zahlreichen Möglichkeiten machte Kapitän Weichert, dessen Freistoß aus rund 18 Metern noch von der Linie geholt wurde. Bei den vielen Eckbällen brannte es immer wieder lichterloh im SVL-Strafraum, allein der Ball wollte einfach nicht ein weiteres Mal ins Netz. Nach klasse Kombinationen, initiiert durch den Torschützen, Salbert, Weichert oder Koenigs, scheiterte allein Alex Jacobi drei Mal am mehrfach glänzend reagierenden Lindenauer Schlussmann Fuchs. Ein Distanzschuss von Seidel zischte knapp übers Gebälk, auch hier fehlten erneut nur Zentimeter zum längst überfälligen 2:1 für die Engelsdorfer.

Stattdessen sollten die Lindenauer mit ihrem zweiten "Vorstoß" erneut in Führung gehen. Ein Missverständnis nach langem Ball nutzte Siaya kaltschnäuzig aus und traf aus rund 22 Metern ins verwaiste Tor (36.). Mit Kopfschütteln und Wut im Bauch über den erneut geschenkten Treffer, versuchten die rot-schwarzen bis zur Pause nochmal alles. Mehr als ein Kopfball von Brandenburger, bei dem Fuchs wenig Mühe hatte, kam dabei jedoch nicht heraus.

Die Geschichte der zweiten Hälfte ist im Grunde schnell erzählt. Die Heimelf verschanzte sich nun noch tiefer in der eigenen Hälfte und lauerte auf den womöglich alles entscheidenden Gegenstoß. Die Lok-Elf spielte sich einen Wolf, fand gegen das Abwehrbollwerk allerdings nur selten eine Lücke. Als nach Ballstafette über P. Jacobi und Brandenburger diese Mal gefunden wurde, hatte Alex Jacobi im Sechzehner nur noch Keeper Fuchs vor sich. Dieser holte ihn regelwidrig von den Beinen, Strafstoß war die Folge und damit die Chance zum erneuten Ausgleich. Passend zu diesem Tag, machte Fuchs seine Fauxpas wieder gut und entschärfte den Versuch von Weichert reaktionsschnell. Beim anschließenden Eckball hatte Brandenburger die Riesenmöglichkeit versäumtes nachzuholen, setzte die Kugel komplett allein gelassen allerdings neben den Kasten.

So lief die Zeit kontinuierlich für die Lindenauer, die nun immer häufiger zu Kontergelegenheiten kamen. Einmal Fleischer sowie mehrfach Kaden, P. Jacobi oder Apreck mussten in höchster Not einen vorzeitigen K.O. verhindern. Als einem Treffer von Kollrich - wahrscheinlich zu Recht - die Anerkennung verwehrt wurde, war es wenige Minuten später leider soweit. Einen erneuten Gegenstoß nutzten die Hausherren in Person von Schrodt zur Entscheidung. Symptomatisch fälschte Apreck den Ball noch so unglücklich ab, dass auch Fleischer letztlich keine Abwehrchance mehr besaß (81.). Die Lok-Kicker probierten zwar trotzdem nochmal den Anschluss herzustellen, letztlich blieb es jedoch bei der ernüchternden ersten Pleite der Saison.

Auch wenn die Niederlage schlussendlich bitter war, so hatte man sie sich doch selbst zuzuschreiben. So Tage gibt's im Fußball nun mal hin und wieder, Haken dran und beim nächsten Mal besser machen. Die Chance dazu gibt's allerdings erst in zwei Wochen, da am kommenden Wochenende die erste Runde im Stadtpokal ansteht, in der die Engelsdorfer noch nicht ins Geschehen eingreifen werden. Gespielt wird aber trotzdem, zu einem Testspiel ist am Sonntag der Leipziger SC 1901 zu Gast an der Hans-Weigel-Straße. mw

Engelsdorf: Fleischer - Salbert (46. Kollrich), P. Jacobi, Kaden - Koenigs, Seidel (84. Jama), John, Apreck - Weichert (C) - A. Jacobi, Brandenburger

Tore: 1:0 Schreiber (8.), 1:1 P. Jacobi (10.), 2:1 Siaya (36.), 3:1 Schrodt (81.)

Schiedsrichter: Lothar Forstner

Assistenten: Reiner Fischer, Dustin Thiele

Zuschauer: 20

Bilder zur Partie gibt's HIER!

Nach oben