Lok Engelsdorf besiegelte mit einem 2:0 gegen den SSV Stötteritz eine überragende Saison. Der Aufstieg in die Stadtliga war Lok Engelsdorf bereits seit mehreren Spielen nicht mehr zu nehmen. Am letzten Spieltag konnte die Mannschaft mit ihrem Sieg den 87. von 90 möglichen Punkten einfahren. Sie schloss damit eine überragende Saison ab, mit der noch vor drei Jahren niemand gerechnet hat. Nach der Niederlage geht es für den SSV Stötteritz eine Liga nach unten.

Lokomotive Engelsdorf nimmt wieder fahrt auf

2014 zog der SV Lokomotive Engelsdorf die damalige Stadtligamannschaft zurück. „Die Lok, die niemand bremsen kann“ wie der Verein sich auf seiner Internetseite selbst präsentiert, wurde damals hart ausgebremst. „Vor drei Jahren wusste niemand, wie es weiter geht“ erinnert sich Jörg Löber, Vorsitzender des Sportausschuss der Stadt Leipzig. Am 18. Juni 2017 konnte er den Spielern von Lok Engelsdorf den Pokal der 1. Kreisliga (A) übergeben. Die Mannschaft knüpft nun wieder an alte Erfolge an.

Neu belebt wurde sie von gut organisierten Spielern, die aus eigenem Antrieb den Neuaufbau der Mannschaft antrieben. „Man hielt den Kontakt. Es bildete sich schnell ein Stamm von Spielern, die als Freundeskreis alte Bekannte ansprachen und die Mannschaft aufbauten”, erinnert sich Marco Weichert an die Zeit nach 2014. Heute führt er die Mannschaft als Kapitän an. Als Basis des Vereins sieht er den „Breitensport”, es gehe darum, „auch neben dem Platz eine funktionierende Mannschaft zu haben”. Und so will man sich auch im nächsten Jahr in der Stadtliga präsentieren. Weichert ist optimistisch, dass es für das vordere Drittel reichen kann. Insbesondere, da die Mannschaft zusammenbleibt, ambitionierte Spieler aus dem Nachwuchs dazu stoßen und man vielleicht noch zwei bis drei Spieler überzeugen kann, zur Mannschaft aus Engelsdorf zu stoßen. Klar sei da aber noch nichts.

Die fußballerisch bessere Mannschaft aus Engelsdorf ließ einer Gästemannschaft keine
Chance, die sich ordentlich aus der Stadtliga verabschiedet

Mit 2:0 gewann Lok Engelsdorf nun auch das letzte Saisonspiel gegen den SSV Stötteritz. „Es lief, wie es geplant war”, resümiert Achim Klinger, Trainer von Lok Engelsdorf nach dem Spiel. Noch vor dem Spiel gab er an, dass man an die Serie anknüpfen will. Sportlich wolle man sich nichts nachsagen lassen, da es für Stötteritz noch um den Nichtabstieg gehe. Tatsächlich trat Lok Engelsdorf von Anfang an als spielbestimmende Mannschaft auf. Aus einem ballsicheren Mittelfeld
schaffte man ein ums andere mal Bälle in die tiefe der gegnerischen Hälfte zu spielen. Anfangs konnten vor allem über die Flügel Räume geschaffen werden. Wenig Raum hatte Sascha Seidel, als er einen sehenswerten Fallrückzieher aufs Gästetor platzierte. Christoph Moser, der das Tor des SSV Stötteritz hütete, konnte jedoch parieren. Stötteritz stellte sich tapfer gegen den Abstieg und präsentierte sich ordentlich. Trotz der spielerischen Nachteile konnten die Gäste wichtige
Zweikämpfe immer wieder gewinnen.

Es dauerte bis in die 27. Minute, bis David Brandenburger den Ball im Netz des SSV Stötteritz unterbringen konnte. Patrick Jacobi konnte die Abwehr nach einem Steilpass aus dem Mittelfeld stehen lassen. In seinen Querpass vollendete Brandenburger ohne Probleme. Ende der ersten Hälfte gelang es Lok Engelsdorf zunehmend, über Kombinationen aus dem Zentrum gefährlich zu werden. Chancen etwa von Kollrich oder Brandenburger konnten jedoch abgewehrt werden.

In der zweiten Hälfte flachte das Spiel ab. Sicher auch, da der SSV Stötteritz die Angriffsbemühungen Engelsdorfs besser kontrollieren konnte. Aber auch, da eigene Angriffsbemühungen zahnlos blieben. Andre Krahmer hätte allerdings den Ausgleich besorgen können. Sein Lupfer konnte vom Lok Engelsdorf Urgestein Holger Kreitz gut pariert werden. 49 Jahre ist Kreitz mittlerweile. Da die erste beiden Keeper Engelsdorfs ausfielen, kam er zu seinem ersten Saisonspiel von Beginn (bereits am letzten Spieltag wurde er eingewechselt). Seit 1978 sei er im Verein. Indem er nochmal für die erste Mannschaft spielen durfte „sei ein Traum wahr geworden”, sagt er nach dem Spiel. Dieses beendete er ohne Gegentor.

In der 86. Minute traf der eingewechselte A-Jugendspieler Axel Möchern zum 2:0 Endstand für Lok Engelsdorf. Da der BSV
Schönau im Parallelspiel gegen die SG Leipzig-Bienitz gewann besiegelte der Sieg Engelsdorf den Abstieg des SSV Stötteritz aus der Stadtklasse.

Bei Lok Engelsdorf blickt man hingegen positiv zurück und freut sich auf die kommende Zeit

Matthias Peuckert, Vizepräsident des Vereins, freut sich nach dem Abpfiff über die Entwicklung und ist froh über die verantwortungsvollen Spieler, die Fußballmannschaft des SV Lok Engelsdorf wieder aufgebaut haben. Der Verein will weiter kontinuierlich arbeiten, im Breitensport und in der Jugend. Trainer Achim Klinger hängt noch ein Jahr dran. Danach soll Daniel Mißlitz, bisher Co-Trainer, übernehmen.

Wie verantwortungsvoll die nächsten Tage gestalten, bleibt uns verborgen. Die Hälfte der Mannschaft fliegt Morgen um 10:00 nach Mallorca und will da „drei Tage vollgas” geben, wie es Marco Weichert zusammenfasst. So anstrengend scheint die Saison nicht gewesen sein.

von Ricardo Dickhaut, LVZ Sportbuzzer

Bilder zum Spiel gibt's HIER!

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