Die Engelsdorfer sind und bleiben D I E Auswärtsmacht der Liga. In einem rassigen Spiel, das - trotz großer Hitze - im Prinzip alles zu bieten hatte, rannten sie nach anfänglicher Führung permanent einem Rückstand hinterher. Trotz 35-minütiger Unterzahl hielt der Meister immer wieder energisch dagegen, sorgte kurz vor Schluss für den Lucky Punch und gewann damit auch die 15. und letzte Auswärtspartie der Saison.

Die Lok-Elf übernahm von Beginn an das Kommando und ließ den Ball auf dem bestens präparierten Rasen gefällig laufen. Nach einem Pass von Weichert hatte Koenigs nach wenigen Minuten die erste gute Möglichkeit. Nachdem er seinen Gegenspieler noch umkurvte, setzte er die Kugel jedoch in die zweite Etage. Wenig später musste eben jener Koenigs nach hartem Einsteigen eines Böhlitzers verletzt vom Feld. Für ihn kam mit Axel Möchen ein Debütant zu seinem ersten Einsatz im Herrenbereich. Der 19-jährige gehört aktuell noch zum Kader der A-Junioren, trainiert bereits seit einigen Wochen im Klinger-Team mit und wird zur kommenden Saison fester Bestandteil der ersten Mannschaft sein. Spoiler: Er machte seine Sache bei seiner Premiere mehr als ordentlich.

Ein Zusammenspiel zwischen Alex Jacobi und Brandenburger vollendete erstgenannter routiniert aus Nahdistanz zum verdienten Führungstreffer (15.). Vier Minuten im Anschluss nutze die Heimelf eine kollektive Schlafeinlage der Klinger-Elf clever aus. Einen Freistoß führte Zahn blitzschnell aus, Faden stand nach Querpass im Strafraum blank und hatte keine Mühe zum 1:1 zu vollenden (19.). Nur eine Minute später gingen die Böhlitzer dann sogar in Führung. Ein weiter Ball aus der eigenen Hälfte konnte nicht sauber von der Lok-Hintermannschaft geklärt werden und landete bei Menzel. Der TSV-Torjäger setzte sich im Zweikampf durch und ließ Fleischer per Flachschuss keine Chance (20.).

Nach ein paar recht ruppigen Minuten und einer kurzen Trinkpause, kühlten sich die erhitzten Gemüter beiderseits langsam wieder ab. Die Lok-Elf konzentrierte sich wieder auf ihre Stärken im Kombinationsspiel und setzte so den Gastgeber wieder unter Druck. Nachdem Karwatzky und Alex Jacobi aus kurzer Entfernung sowie per Fernschuss noch scheiterten, gelang Brandenburger kurz vorm Pausenpfiff der Ausgleichstreffer. Von Weichert in Szene gesetzt, netzte er aus halbrechter Position im Strafraum zum 2:2-Halbzeitstand ein (45.+3).

Fünf Minuten nach Wiederbeginn machte sich TSV-Mittelfeldmotor Zahn nach Ballverlust im Engelsdorfer Vorwärtsgang auf den Weg in Richtung Fleischer. Gut verkürzte dieser den Winkel, touchierte Zahn - der sich die Kugel eigentlich schon zu weit vorgelegt hatte - jedoch leicht, der sich diese Gelegenheit natürlich nicht nehmen ließ und zu Boden sank. Strafstoß und gelb für Fleischer -  der in die richtige Ecke hechtete - waren die Folge, Menzel verwandelte trotzdem zum 3:2 (52.). Kurz darauf standen erneut diese beiden im Mittelpunkt. Wiederum entwischte Menzel der Lok-Defensive, Fleischer verließ seinen Kasten und holte den TSV-Angreifer vorm Sechzehner von den Beinen. Mit gelb-rot musste der Lok-Keeper schließlich vom Feld und war damit streng genommen gut bedient. Der etatmäßige Altherren-Schlussmann Holger Kreitz zog sich die Handschuhe über und musste beim folgenden Freistoß gleich mal beherzt eingreifen.

Die Klinger-Elf schüttelte sich kurz und spielte auch in Unterzahl weiter mutig nach vorne. Einen Angriff über rechts schloss P. Jacobi - nach klasse Vorarbeit von Möchen und überlegtem Rückpass von Brandenburger - mit vollem Risiko ab, zum 3:3 donnerte er die Kugel unter den Querbalken (56.). Schlag auf Schlag ging's weiter, erneut waren die Böhlitzer dran. Wieder war es Menzel, der nach Ballverlust und Steilpass allein auf weiter Flur war. Kreitz war im Eins-gegen-Eins machtlos, mit seinem dritten Tor an diesem Tag brachte die Böhlitzer Sturmspitze seine Farben erneut in Front (60.).

Die zweite Engelsdorfer Saisonpleite lag in der Luft, zumal TSV-Akteur Polland die Möglichkeit zur endgültigen Entscheidung auf dem Fuß hatte. Zu uneigennützig schob er die Verantwortung jedoch weiter, so dass sich Kreitz auszeichnen und den Meister per Glanzparade im Spiel halten konnte.

Der aufgerückte Markus Thümmler tauchte plötzlich (und eher ungewohnt) im Strafraum der Heimelf auf, konnte kurz vorm Abschluss allerdings noch gerade so gestoppt werden. Der Meister drückte bei brütender Hitze weiter aufs Tempo, wollte sich trotz Rückstands und zahlenmäßiger Unterlegenheit nicht mit einer Niederlage abfinden. "Rookie" Möchen brachte im direkten Duell mit TSV-Keeper Erler den Ball leider ebenso wenig im Tor unter wie Kapitän Weichert, der Pech hatte, dass sein Linksschuss nur ans Lattenkreuz knallte.

Ein Spielzug über links brachte dann aber doch den ersehnten und erneuten Ausgleichstreffer. Apreck schaltete dabei blitzschnell und leitete den Ball geschickt zu Brandenburger weiter. Mit dem Rücken zum Tor setzte sich dieser gegen seinen Widersacher durch und krachte das Leder aus der Drehung zum 4:4 in die Maschen (77.). Die Engelsdorfer wollten nun natürlich mehr und hatten - wie so oft in diesem Spieljahr - in den Schlussminuten einfach mehr im Tank als der Gegner. Zunächst setzte Alex Jacobi Höhe der Mittellinie zu einem unwiderstehlichen Solo an, verpasste eine Krönung nur um Haaresbreite. Ein Kopfball seines Bruders strich nach einer Weichert-Ecke ebenfalls knapp am Ziel vorbei.

Den Schlusspunkt unter ein kurzweiliges Fußballspiel sollte kurz vor Ultimo erneut Brandenburger setzen. Nach Zuspiel von P. Jacobi überlistete er Erler aus spitzem Winkel, schoss die Lok-Elf mit seinem ebenfalls dritten Treffer zu einem spektakulären 5:4-Auswärtssieg, der trotz des kuriosen Spielverlaufs am Ende allemal verdient war.

Somit gehen die Klinger-Mannen ohne Auswärts-Punktverlust ins letzte Heimspiel, zu dem am kommenden Sonntag, 15 Uhr, der SSV Stötteritz an der Hans-Weigel-Straße aufschlagen wird. mw

Engelsdorf: Fleischer (53. gelb-rot) - Thümmler, Reiche, Salbert - Koenigs (14. Möchen), P. Jacobi, Weichert (C), Apreck - Karwatzky (46. Jama/54. Kreitz) - A. Jacobi, Brandenburger

Tore: 0:1 A. Jacobi (15.), 1:1 Faden (19.), 2:1 Menzel (20.), 2:2 Brandenburger (45.+3), 3:2 Menzel (52., FE), 3:3 P. Jacobi (56.), 4:3 Menzel (60.), 4:4 Brandenburger (77.), 4:5 Brandenburger (89.)

Schiedsrichter: Ronny Muhm

Assistenten: Jiri Kostalek, Rutger Rokitte

Zuschauer: 99

Bilder zum Spiel gibt's HIER!

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