Durch einen recht ungefährdeten 4:1-Erfolg konnten die Engelsdorfer im vorletzten Heimspiel Saisonsieg Nummer 27 verbuchen. Neben dem Duell des lange feststehenden Meisters gegen den Tabellenfünften aus Markranstädt, standen an diesem Spieltag auch eine Reihe von entscheidenden Begegnungen - Auf- und Abstieg betreffend - auf dem Programm. So konnten sich die Zweitvertretungen vom VfB Zwenkau 02 und der SG Rotation Leipzig 1950 zwei Spiele vor Saisonende jeweils die Fahrkarte zur Stadtliga sichern und begleiten somit die Klinger-Elf in Liga 8. Beiden Teams auf diesem Wege herzlichen Glückwunsch zum verdienten Aufstieg!

Am anderen Ende der Tabelle mussten dagegen die SG Leipzig-Bienitz (1:3 gegen Olympia) sowie der SSV Stötteritz, dem auch ein 2:2 gegen Böhlitz-Ehrenberg nicht mehr reichte, die letzten Hoffnungen auf den Klassenerhalt begraben. Beide Mannschaften gehen demnach zur neuen Saison in der 1. Kreisklasse an den Start, der dritte Absteiger wird zwischen Schönau, Holzhausen und Fortuna Leipzig ermittelt.

Im Spiel der Klinger-Elf gegen die Markranstädter ging es dagegen streng genommen um nichts mehr. Die Gäste, personell ebenso dünn besetzt wie der Tabellenführer an diesem Tag, waren darauf bedacht, sich so teuer wie möglich zu verkaufen. Die Lok-Elf wollte vor der abendlichen Aufstiegsfete trotz der Hitze nichts anbrennen lassen und für eine solide Grundstimmung sorgen. Dies gelang vom Anpfiff weg recht ordentlich. Nachdem Weichert die erste Chance noch vergab, vergingen trotzdem keine zehn Minuten bis zum Führungstreffer. Einen tollen Pass von P. Jacobi erlief Kollrich, der SSV-Keeper Mädel sehenswert per Lupfer überwand und neben der Führung auch den 100. Lok-Treffer in diesem Spieljahr besorgte (9.). Die Heimelf dominierte die Partie recht sicher, verpasste es aber zunächst, weiter Kapital daraus zu schlagen. Zu oft schnappte die Abseitsfalle der Polz-Elf zu. Wie man diese aushebelt, zeigte nach gut einer halben Stunde erneut der Engelsdorfer Abwehrchef. Diesmal fand sein Pass den agilen Winkler, der vorm Tor Übersicht bewies und zum mitgelaufenen Seidel quer legte - 2:0 (36.), gleichzeitig der Pausenstand.

Auch nach dem Auftanken der Flüssigkeitsspeicher änderte sich nichts am Kräfteverhältnis auf dem Rasen. Erneut dauerte es keine zehn Minuten, diesmal waren Alex Jacobi und wiederum Winkler die Wegbereiter zum nächsten Lok-Treffer. Ähnlich wie beim 2:0, entwischte Winkler nach klugem Zuspiel seinem Bewacher, konnte diesmal im Strafraum nur per Foulspiel gestoppt werden. Schiri Tympel blieb keine andere Wahl, der Unparteiische entschied folgerichtig auf Strafstoß für die rot-schwarzen. Eigentlich eine Sache für den Kapitän. Eigentlich. Zwar schnappte sich Weichert die hinter dem Tor liegende Kugel auch, diesmal hatte er jedoch anderes im Sinn. Der verblüffte Salbert wurde mit Ball und Verantwortung ausgestattet, wohlwissend, dass hier und heute eine Torlos-Serie enden könnte. Trotz der ein oder anderen guten Möglichkeit, brachte es der Engelsdorfer Abwehrmann in den vergangenen zwei Jahren nicht fertig, den Ball über die Linie zu bugsieren. Doch diesmal sollte alles anders kommen. Konzentriert legte er sich den Ball zurecht, lief an und verwandelte sicher zum dritten Lok-Treffer an diesem Tag (53.). Die Freude war dementsprechend groß, die restlichen Kameraden vergruben ihren IV16 unter einer Jubeltraube.

Nachdem sämtliche Freudentränen getrocknet waren und der Puls beim Schützen wieder normale Werte aufwies, ging's zunächst im Vier-Minuten-Rhythmus weiter. Erst nutzte SSV-Akteur P. Thiemig einen ruhenden Ball per Kopf zum etwas überraschenden Anschlusstreffer (57.), ehe Alex Jacobi nach der dritten Winkler-Vorlage an diesem Tag Schlussmann Mädel im direkten Duell bezwingen konnte (61.). Wenig später musste Fleischer bei einem Distanzschuss eingreifen, er lenkte die Kugel mit den Fingerspitzen noch gerade so an den Pfosten. Auch der Tabellenführer hatte noch eine nennenswerte Möglichkeit. Erneut war es der aufgerückte Salbert, der nun Blut geleckt hatte, nach einem Konter aus Nahdistanz allerdings drüber schoss.

Mit Enrico Egermaier und Holger Kreitz brachte Coach Klinger für die Schlussminuten noch zwei frische Altherren-Spieler (ja, sowas gibt's) in die Partie. Ein Dank des Trainers und der Truppe, da beide im Ernstfall stets zu Stelle sind. Entscheidendes passierte bis zum Schlusspfiff allerdings nicht mehr, ein beinahe direkt verwandelter Eckball von Weichert zog den Strich unter einen hochverdienten Heimdreier des Stadtklasse-Meisters gegen fair gratulierende „Markranser”.

Trotz des - zugegebenermaßen subjektiv betrachtet - unbefriedigenden Ausgangs des Pokalfinals in der Hauptstadt, fand der ansonsten rundum gelungene Fußballtag mit einer standesgemäßen Aufstiegsfeier im Reich des Meistertrainers einen würdigen Ausklang. Spätestens nach der dritten Apfelschorle hatten sich dann beide (recht ungleichmäßig verteilte) Fanlager auch wieder lieb und schworen sich umgehend auf den Rest des Abends ein. Klappte ganz gut.

Zum vorletzten Saisonspiel gehen die Engelsdorfer in knapp zwei Wochen dann nochmal auf Reisen. Nach der Pfingst-Pause steht am 11.06. die Auswärtspartie gegen den TSV Böhlitz-Ehrenberg 1990 an. mw

Engelsdorf: Fleischer - Reiche, P. Jacobi, Salbert - Kollrich, Seidel (51. Blaue), Karwatzky (77. Kreitz), Apreck - Weichert (C) - Winkler (65. Egermaier), A. Jacobi

Tore: 1:0 Kollrich (9.), 2:0 Seidel (36.), 3:0 Salbert (53., FE), 3:1 P. Thiemig (57.), 4:1 A. Jacobi (61.)

Schiedsrichter: Steve Tympel

Assistenten: Holger Becker, Niklas Mittag

Zuschauer: 48

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