Mit dem TSV 1893 Leipzig-Wahren empfing die Lok-Elf am vergangenen Samstag quasi das „Team der Stunde” in Engelsdorf. Mit der Referenz von zuletzt vier Siegen am Stück sowie Rang drei in der Rückrundentabelle, wollten die Gäste auch beim Tabellenführer etwas Zählbares mitnehmen. Dass daraus nichts wurde, lag zum einen an der ordentlichen Vorstellung der Klinger-Elf und zum anderen an der Harmlosigkeit des TSV. Außer den zwei Elfmetertreffern, von denen mindestens einer in der Entstehung mehr als fragwürdig war, kam offensiv so gut wie nichts vom zuletzt so erfolgreichen Gästeteam.

Von Beginn an setzten die Lok-Mannen den Tabellensiebenten unter Druck. Durch konsequentes Anlaufen (in Zeiten von Matchplänen und abkippenden Sechsern auch als "Pressing" deklariert) wurden die Wahrener immer wieder zu Fehlern im Aufbauspiel gezwungen. Mit sehenswerten und flüssigen Kombinationen ging's schnurstracks Richtung TSV-Tor. Leider verletzte sich Kaden bereits nach wenigen Minuten am Oberschenkel, so dass Winkler ihn ersetzen musste. Dies tat der stürmischen Anfangsphase der Hausherren allerdings keinen Abbruch. Koenigs war über rechts wie immer kaum zu halten und so auch am Führungstreffer beteiligt. Ein Kopfball von Winkler nach Flanke des Flügelflitzers prallte vom Rücken eines TSV-Abwehrspielers direkt vor die Füße von Seidel. Dieser ließ sich nicht zwei Mal bitten und drosch die Kugel mit seinem zehnten Saisontor Vollspann zum 1:0 ins Netz (20.).

Der Spitzenreiter hatte im Grunde alles im Griff, ließ Ball und Gegner laufen und hatte durchaus gute Möglichkeiten die Führung auszubauen. Nach Eckbällen vom Lok-Kapitän scheiterten sowohl P. Jacobi als auch Reiche per Kopf nur knapp, auch Koenigs verpasste ein 2:0 um Haaresbreite. Stattdessen kamen die Gäste wie aus dem Nichts plötzlich zum überraschenden Ausgleichtreffer. Ein weiter Ball konnte nur ungenügend geklärt werden, beim Schussversuch des TSV-Angreifers sprang der Ball dem sich wegdrehenden Engelsdorfer Abwehrchef P. Jacobi im Sechzehner an den Unterarm. Strafstoß war die Folge, eine harte aber wohl vertretbare Entscheidung. Tomiczek lief an und versenkte mit Hilfe der Lattenunterkante zum 1:1 (30.). Unbeeindruckt machten die Hausherren weiter wie zuvor, die erneute Führung ließ verdientermaßen nicht lange auf sich warten. Von Weichert in Szene gesetzt, zog Alex Jacobi aus rund 18 Metern ab und erwischte den jungen Schwesinger im Wahrener Gehäuse zum Pausenstand auf dem falschen Fuß (39.).

Auch nach dem Wechsel ließen die Klinger-Schützlinge nicht locker. Keine zehn Minuten nach Wiederanpfiff war es Winkler, der einen perfekt getimten Pass von Alex Jacobi zum 3:1 vollendete (54.). Die Hintermannschaft der Gäste konnte nach ähnlichem Vorgehen immer wieder aus den Angeln gehoben werden, Chancen von Weichert, Koenigs oder Jama blieben jedoch ungenutzt. Auch Schussversuche von Seidel und Alex Jacobi führten zunächst nicht zur endgültigen Entscheidung, wenig später sollten es beide per Zusammenspiel allerdings besser machen. Auf Höhe der Strafraumgrenze legte Seidel klug zurück zur Engelsdorfer Nummer 14, per sattem Abschluss gab's den Doppelpack und keine Abwehrchance für Schwesinger (72.). Hätte wenig später der aufgerückte Salbert statt Jama zu suchen selbst den Abschluss gesucht, vielleicht wäre dessen torlose Zeit endlich beendet gewesen (was nicht ist kann ja noch werden!).

So hatten sich im Grunde bereits alle mit einem 4:1-Heimsieg der Lok-Elf abgefunden - außer einer. Nach einem handelsüblichen Zweikampf zwischen Alex Jacobi und TSV-Kapitän Hempel im Anschluss an eine abgewehrte Ecke, ertönte zum zweiten Mal in diesem Spiel der Elfmeterpfiff zu Gunsten der Gäste. Warum und wieso war nicht heraus zu finden, auch der bestens postierte Assistent hielt sich in Sachen Aufklärung dezent zurück. Hempel grinste sich eins und Kollege Horn war's egal: Zum nicht mehr spielentscheidenden Anschlusstreffer (Fleischer hatte die Fingerspitzen am Ball) und gleichzeitigen 4:2-Endstand versenkte er das Leder im Kasten (87.).

Leider holte sich Apreck nach Foulspiel noch die fünfte gelbe ab und wird dem Team somit am kommenden Sonntag nicht helfen können. Dann geht's erneut gegen Holzhausen, nach dem „verspäteten” Hinspiel vergangenen Mittwoch diesmal natürlich auswärts. mw

Engelsdorf: Fleischer - Reiche (71. Thümmler), P. Jacobi, Salbert - Koenigs, Apreck, Seidel, Kaden (6. Winkler; 61. Jama) - Weichert (C) - A. Jacobi, Brandenburger

Tore: 1:0 Seidel (20.), 1:1 Tomiczek (30.), 2:1 A. Jacobi (39.), 3:1 Winkler (39.), 4:1 A. Jacobi (72.), 4:2 Horn (87.)

Schiedsrichter: Benjamin Littau

Assistenten: Denis Gutmann, Ralph Bernstein

Zuschauer: 20

Bilder zum Spiel gibt's HIER!

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