Nun hat’s auch die Engelsdorfer erwischt: Nach 22 Siegen in Folge, zog der designierte Stadtligist gegen die zweite Mannschaft von Rotation Leipzig mit 1:4 den Kürzeren. Während die Lok-Elf erneut stark dezimiert an den Start ging und dem straffen Programm der letzten Woche etwas Tribut zollen musste, nutzen die frischen Gäste die Gunst der Stunde und bezwangen den Spitzenreiter nach engagierter Vorstellung letztlich verdient.

Von Beginn an zeigte sich der Tabellenzweite von der Delitzscher Straße deutlich spritziger. Obwohl spielerisch eher wenig kam, lauerten die Rotationer auf Fehler der Heimelf und setzten diese mit schnellen Vorstößen kontinuierlich unter Druck. Die Klinger-Elf hatte Mühe Ordnung ins eigene Spiel zu bekommen, verzettelte sich nur allzu oft im Vorwärtsgang und spielte den Gästen damit immer wieder in die Karten. So dauerte es nach stürmischer Anfangsphase nicht lange bis zum Führungstreffer. Ein Schuss von halbrechts rutsche Keeper Schulz durch die Hosenträger, Manterola lief nach und schob unbedrängt ein (11.). Der Spitzenreiter mühte sich in die Partie, konnte allerdings nur wenige Akzente setzen. Es fehlte vor allem an der nötigen Durchschlagskraft. Die energisch verteidigenden Gäste waren körperlich und geistig voll auf der Höhe und meist einen Schritt schneller.

So gab es in Hälfte eins praktisch keine zwingende Torchance für die diesmal in blau gekleidete Klinger-Elf zu verzeichnen. Im Gegenzug mussten Schulz und Reiche mehrfach mit vollem Einsatz einen weiteren Gegentreffer verhindern. Bei einer dieser Aktionen verletzte sich der Engelsdorfer Schlussmann leider am Ellenbogen, so dass er zur Pause ausgewechselt werden musste. Die ärztliche Untersuchung nach dem Spiel bestätigte leider den Verdacht einer schwerwiegenden Verletzung, mit Sehnenriss fällt die etatmäßige Nummer eins voraussichtlich bis Saisonende aus.

Mit Fleischer im Tor und dem noch nicht wieder hundertprozentig fitten Brandwein (für Karwatzky ) ging es in die zweiten 45 Minuten. Die Klinger-Elf kam deutlich griffiger aus der Kabine und erarbeitete sich nach wenigen Minuten die Chance zum Ausgleichstreffer. Nach einer abgewehrten Eingabe klärte SG-Akteur A. Jorritsma den Ball mit der Hand. Schiedsrichter Reddig - beobachtet von rund 60 auf Lehrgang in Leipzig weilenden Amtskollegen auf der schicken Tribüne - zeigte sofort auf den Punkt. „Lokführer” Weichert ließ sich die Chance nicht entgehen und schickte Gästehüter Stöckmann in die falsche Ecke (52.).

Die Heimelf hatte nun natürlich Oberwasser und wollte sofort nachlegen. Leider agierte man in dieser Phase viel zu ungeduldig und rannte so kurz nach dem Ausgleichstreffer erneut ins Unglück. Nach Ballverlust im Mittelfeld nutze der eingewechselte Jähn die Engelsdorfer Unordnung aus, steckte auf Grund durch, der Fleischer im direkten Duell keine Möglichkeit ließ (64.). Von diesem Nackenschlag sollten sich die Hausherren an diesem Tag leider nicht mehr erholen, bei den beflügelten Gästen klappte nun fast alles. Torjäger Jähn legte in der 72. und 84. Spielminute jeweils per Rechtsschuss nach und schraube so das Resultat auf 1:4 in die Höhe. Die konsternierten Klinger-Mannen hatten mangels Alternativen auch von draußen nichts mehr nach zu legen, mussten sich so nach der beeindruckenden Siegesserie und einer gefühlten Ewigkeit mal wieder geschlagen geben. Auch wenn das Ergebnis vielleicht ein Tor zu hoch ausfiel, gab es letztlich keinerlei Zweifel am verdienten Auswärtssieg der Scheffler-Truppe.

Nachdem die Lok-Elf in den vergangenen Wochen bereits mehrfach dem ersten Punktverlust durch großen Einsatzwillen quasi von der Schippe springen konnte, war diesmal eben einfach nicht mehr drin. Dies gilt es zu akzeptieren. Mit den richtigen Schlüssen wird am kommenden Wochenende selbstverständlich wieder angegriffen!

Am Sonntag geht's zur Spielvereinigung Leipzig in den Karl-Enders-Sportpark. Personell wie körperlich gestärkt, wird die Truppe alles daran setzen, die Auswärtsweste weiß zu halten und eine tolle Saison womöglich auswärts zu krönen! mw

Engelsdorf: Schulz (46. Fleischer) - Reiche, P. Jacobi, Thümmler - Kollrich, Seidel, Karwatzky (46. Brandwein), Kaden (81. Winkler) - Weichert (C) - Apreck, A. Jacobi

Tore: 0:1 Manterola (11.), 1:1 Weichert (52., HE), 1:2 Grund (64.), 1:3 Jähn (72.), 1:4 Jähn (84.)

Schiedsrichter: Manuel Reddig

Assistenten: Julius Karlapp, Gustav Stiefel

Zuschauer: 85

Bilder zum Spiel gibt's HIER!

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