Aufstieg perfekt gemacht!

Durch einen 3:1-Auswärtserfolg bei der SG Leipzig-Bienitz und die Ergebnisse der Konkurrenz vom Wochenende, stehen die Engelsdorfer bereits neun Spieltage vor Saisonende als erster Aufsteiger zur Stadtliga Leipzig fest! Was auf Grund des immensen Vorsprungs im Prinzip schon seit längerem unausweichlich schien, ist nun auch faktische Gewissheit. Damit hat die Elf von Coach Klinger den direkten Durchmarsch von der 1. Kreisklasse in die höchste Spielklasse auf Kreisebene perfekt gemacht und möchte nun auch das zweite Saisonziel - den Meistertitel - so schnell wie möglich in trockene Tücher packen.

Vor dem Erreichen dieses ersten Etappenziels, gab es jedoch noch ein hartes Stück Arbeit für den Tabellenführer zu bewältigen. Die um den Klassenverbleib kämpfende Havenstein-Elf hatte sich einiges vorgenommen und zeigte dies vom Anpfiff weg. Tief stehend wurde das Spiel des Favoriten immer wieder erfolgreich gestört, mit weiten Bällen Richtung Sturmspitze Tennhardt blitzschnell der Weg nach vorne gesucht. Dieses einfache Mittel bereitete der Lok-Elf anfangs große Schwierigkeiten, nach zwei vergeblichen Versuchen gingen die Bienitzer nach gut einer Viertelstunde dann auch verdient in Führung. Der zweite Angreifer Hagert war nach Engelsdorfer Ballverlust auf und davon und ließ Schulz per straffem Schuss ins lange Eck keine Chance (16.). Die Gäste kamen weiterhin nur schleppend in die Gänge. Zu wenig Bewegung und statisches Spiel ließen die Lok praktisch in der kompletten ersten Hälfte nicht auf Touren kommen. Zudem schnappte die Abseitsfalle der Heimelf immer wieder zu, vornehmlich das Sturmduo des Tages - Brandenburger und Jama - verhielt sich anfangs einfach nicht clever genug.

Nachdem die schwarz gekleideten Engelsdorfer Mitte der ersten 45 Minuten endlich zumindest etwas besser ins Spiel gefunden hatten und SG-Keeper Schempp einen Versuch von Seidel großartig parierte, wäre es wenig später beinahe ein zweites Mal passiert. Erneut entwischte Hagert der Hintermannschaft, traf bei seinem Abschluss diesmal - zum Glück für die Klinger-Elf - nur den Pfosten. Ein Kopfball von Reiche nach Eckball von Seidel sorgte vor dem Wechsel noch einmal für Gefahr. Die Kugel landete allerdings über dem Kasten und so ging es wie im Hinspiel mit einer Bienitzer Führung in die Halbzeitpause.

Nach markigen Worten ihres Trainers schworen sich die Lok-Mannen auf die zweite Hälfte ein. Zum mittlerweile achten Mal musste man in dieser Saison einem Rückstand hinterher rennen - gemessen an der punktemäßigen Liga-Dominanz eine doch recht kuriose Tatsache. Scheinbar braucht die Truppe des Öfteren diesen „Hallo-Wach-Effekt”, schließlich wurde bislang noch jedes Spiel in einen Sieg gedreht. Bevor es diesmal so weit sein sollte, musste Schulz allerdings zweimal all sein Können aufbieten, reagierte beide Male glänzend. Zudem gab es wenig später einen zusätzlichen Nackenschlag zu verdauen. Im Laufduell bedrängte Salbert seinen Gegenspieler Tennhardt eher „handelsüblich”. Der Spielführer der Heimelf wurde somit am ungestörten Weiterlaufen gehindert, vom Lok-Verteidiger jedoch weder rüde gestoppt noch von den Beinen geholt. Schiedsrichter Gräfe zückte allerdings glatt Rot - nicht die einzige recht fragwürdige Entscheidung an diesem Tag! Die Aufregung war selbstverständlich groß, doch nützte alles lamentieren nichts. Das Urteil war gefällt, mit 10 gegen 11 ging es in die letzten 35 Minuten.

Wie so oft im Fußball, lief es plötzlich deutlich besser in der dezimierten Mannschaft. Alle Engelsdorfer Kicker legten eine Schippe drauf und setzten die mit der Überzahl überfordert wirkenden Bienitzer nun gehörig unter Druck. Auch diesmal war die hervorragende Physis ausschlaggebend für den weiteren Spielverlauf, nur 12 Minuten nach dem Platzverweis klingelte es im SG-Gehäuse. Nach Pass von Weichert machte sich Schlitzohr Alex Jacobi auf den Weg, schüttelte gleich mehrere Gegenspieler ab und überwand Schempp per überlegtem und sehenswertem Schlenzer zum Ausgleichstreffer (65.). Acht Minuten später schickte der Lok-Kapitän Mitspieler Apreck in die Spur. Der heute im linken Mittelfeld agierende Angreifer lupfte den Ball am heraus eilenden Schempp vorbei, der mitgelaufene Seidel ging auf Nummer sicher und schob zum umjubelten 2:1 für den Spitzenreiter ein (73.). Spiel gedreht, mal wieder - doch damit nicht genug. Wiederum nur vier Minuten nach dem Führungstreffer bediente abermals Weichert den diesmal rechtzeitig startenden Brandenburger. Der Lok-Torjäger wurde von hinten am Torschuss gehindert und zu Fall gebracht, folgerichtig blieb Gräfe keine andere Wahl, als auf Strafstoß zu entscheiden. Weichert legte sich den Ball zurecht, lief an und versenkte gewohnt humorlos zum dritten Tor für sein Team (77.).

Identisch zum Hinspiel, zogen die Klinger-Schützlinge auch diesmal binnen weniger Minuten das Spiel auf ihre Seite. Eine erneute Demonstration der Willensstärke des Teams, sich auch gegen Widrigkeiten immer wieder gemeinsam und mit voller Überzeugung zu stemmen. Die Gastgeber waren stehend K.O. und nicht mehr in der Lage zu antworten. Ganz im Gegenteil, vergaben die Engelsdorfer durch Seidel, Brandenburger, Koenigs oder einen Freistoß von P. Jacobi teils klarste Möglichkeiten, das Resultat noch deutlich höher zu schrauben. Da dies nicht gelang, blieb es beim 3:1-Auswärtserfolg, mit dem auch der Bienitz letztlich erfolgreich erklommen werden konnte.

Den nächsten Schritt Richtung Meistertitel gilt es - nach nur kurzer Verschnaufpause - bereits am kommenden Dienstag zu machen. Ab 18 Uhr ist die Klinger-Elf zum Nachholspiel bei der zweiten Mannschaft von Blau-Weiß Leipzig zu Gast - eine kurze Vorschau auf Spiel und Gegner gibt's dann selbstverständlich morgen im Laufe des Tages! mw

Engelsdorf: Schulz - Reiche, P. Jacobi, Salbert - Koenigs, Seidel (85. Karwatzky), Weichert (C), Apreck - A. Jacobi - Jama (54. Thümmler), Brandenburger

Tore: 1:0 Hagert (16.), 1:1 A. Jacobi (65.), 1:2 Seidel (73.), 1:3 Weichert (77., FE)

Schiedsrichter: Stefan Gräfe

Assistenten: Dieter Nitsche, Kai Wang

Zuschauer: 49

Bilder zur Partie gibt's HIER!

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