Die Engelsdorfer Lok dampft weiter von Sieg zu Sieg. Auch Nachbar Mölkau konnte die Siegesserie im Samstags-Derby nicht stoppen, zog in einer hitzigen und umkämpften Partie letztlich mit einer 1:3-Schlappe von dannen. Somit bleibt die Klinger-Elf auch im 19. Anlauf ohne Punktverlust und hat den direkten Durchmarsch von der 1. Kreisklasse in die Stadtliga bereits nach rund zwei Dritteln der Saison in greifbarer Nähe.

Die Partie gegen den Ortsnachbarn wurde nach den blassen Auftritten der Vorwochen als eine Art Charaktertest ausgerufen. Zwar klappte nach einer feurigen Traineransprache vor dem Spiel auch gegen bissige Mölkauer längst noch nicht wieder alles, in puncto Einsatzbereitschaft und Wille war der Auftritt allerdings aller Ehren Wert und bescherte dem Team damit verdientermaßen den nächsten Heimdreier.

Vom Anpfiff weg entwickelte sich ein äußerst intensives Spiel. Die Gäste hatten sich einiges vorgenommen und ließen dies den Tabellenführer auch spüren. Es ging ordentlich zur Sache, kein Millimeter wurde kampflos Preis gegeben. Fußballerisch blieb dadurch leider einiges auf der Strecke, Diskussionen mit dem Unparteiischengespann gab es dagegen zu Hauf. Die ein oder andere Karte zur rechten Zeit hätte die Gemüter möglicherweise etwas beruhigen können. Dass es trotz der zahlreichen Ermahnungen zu Beginn letztlich doch noch sechs „Gelbe” für die Gäste wurden, spricht im Grunde für sich. Zu allem Überfluss gerieten die Hausherren während einer Behandlungspause des angeschlagenen Weichert auch noch in Rückstand. Mizich traf in Überzahl und aus dem Gewühl heraus für seine Farben (30.). Der laute Torschrei der zahlreichen Mölkauer Anhänger war kaum verklungen, da schlug die Klinger-Elf postwendend zurück. Nach Zusammenspiel mit A. Jacobi, servierte Kapitän Weichert butterweich auf den Kopf vom einlaufenden Brandwein - 1:1 in der 33. Spielminute.

Das Engelsdorfer Spiel lief folglich etwas besser, gut vorgetragenen Angriffen über Salbert oder Seidel fehlte es jedoch jeweils am letzten Pass. Die Heinecke-Elf konzentrierte sich weiterhin vornehmlich auf Defensivaufgaben und lange Bälle in die Spitze. Da der aufmerksamen Defensivreihe um Keeper Schulz, P. Jacobi sowie Salbert und Reiche - erstmals seit September wieder in der Startelf - damit nicht beizukommen war, ging es schließlich ohne weitere Treffer in die Kabinen.

An der rauen Gangart änderte sich auch nach dem Wechsel nichts. Die Engelsdorfer hielten körperlich nun ebenfalls energischer dagegen, die zwei Verwarnungen für Apreck und Brandwein waren bei der „Kartenflut” in Halbzeit zwei ebenso berechtigt wie die eingangs erwähnten Gästestrafen. Nachdem zwei denkbar knappe Abseitsentscheidungen zunächst noch zu Ungunsten des Favoriten ausfielen, gelang wenig später der umjubelte Führungstreffer. Apreck legte die Kugel direkt und gedankenschnell in den Raum zu A. Jacobi, in seiner unnachahmlichen Art und Weise schüttelte dieser seinen Gegenspieler ab und ließ auch Müller im 04er-Kasten keine Abwehrchance (58.). Die Gäste protestierten heftig, wollten kurz zuvor ein Foulspiel vom Torschützen erkannt haben. Ihr Frust entlud sich weiterhin vornehmlich in Diskussionen und teils grenzwertigem Zweikampfverhalten, Schiri Bernigau hatte alle Hände voll zu tun.

Zahlreiche Unterbrechungen erstickten jeglichen Spielfluss im Keim, Torraumszenen blieben bis zum Ende der Partie Mangelware. Einmal musste Lok-Hüter Schulz allerdings hellwach sein, als nach Ballverlust im eigenen Aufbauspiel Mölkau-Angreifer Hilpert plötzlich frei vor ihm auftauchte. Gewohnt reaktionsstark entschied die Engelsdorfer Nummer eins das Duell für sich und bewahrte den Tabellenführer damit vor einem erneuten Gegentreffer. Bis zur endgültigen Entscheidung dauerte es schließlich bis in die Nachspielzeit. Nach Pass von Seidel entwischte erneut A. Jacobi der SVM-Hintermannschaft. Schlussmann Müller eilte aus seinem Kasten, wurde vom Lok-Angreifer umkurvt und sprintete energisch hinterher. Im Strafraum „senste” Müller den zehnfachen Saisontorschützen regelrecht um, mit gelber Karte und Strafstoß war er mehr als gut bedient. Jacobi musste zur Behandlung vom Feld, Weichert legte sich den Ball zu Recht und versenkte souverän zum 3:1-Endstand für sein Team (90. +3).

Kurz darauf war Schluss, mit demselben Ergebnis wie im Hinspiel endete auch dieses Nachbarschafts-Derby zu Gunsten der Engelsdorfer. Mit ordentlich Herz und mannschaftlicher Geschlossenheit war die Partie vielleicht genau das richtige Stahlbad, um die Sinne vorm letzten Saisondrittel nochmal gründlich zu schärfen. Eine ähnliche Vorstellung ist mit Sicherheit auch nächste Woche von Nöten, wenn am Ostersamstag, 15 Uhr, der Nachholer gegen den VfB Zwenkau II im Eichholz angepfiffen wird! mw

Engelsdorf: Schulz - Salbert, P. Jacobi, Reiche - Kollrich, Kaden (76. Jama), Seidel, Brandwein - Weichert (C) - Apreck, A. Jacobi

Tore: 0:1 Mizich (30.), 1:1 Brandwein (33.), 2:1 A. Jacobi (58.), 3:1 Weichert (FE, 90. +3)

Schiedsrichter: Steven Bernigau

Assistenten: Fabian Friedrich, Andreas Kraska

Zuschauer: 51

Bilder zum Spiel gibt's HIER!

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