Das war knapp! Mit einem glücklichen 2:1-Auswärtserfolg bei der SG Olympia 1896 Leipzig blieb die Klinger-Elf auch im 18. Anlauf ohne Punktverlust. Neben dem späten Siegtreffer des eingewechselten Jama, war es vor allem der ungenügenden Chancenverwertung des Tabellenletzten zu verdanken, dass die Saisonpunkte 52 bis 54 am Ende doch noch aufs Engelsdorfer Konto wanderten.

Coach Klinger fehlten am Sonntag zahlreiche Akteure aus verschiedenen Gründen. Unter anderem musste deswegen auch Routinier Robert Neumeister ran, von Beginn an gab er an der Seite von A. Jacobi und Brandenburger den Sturmführer. Die Partie auf dem holprigen Untergrund begann jedoch sehr zerfahren. Zwar durchaus um Kontrolle bemüht, kamen die Lok-Mannen nur schleppend ins Spiel. Zu wenig Bewegung im vorderen Drittel, schlechtes Flügel- sowie mangelhaftes Passspiel ließen keinen Druck Richtung Heimtor aufkommen. Die tief stehenden Gastgeber verengten die Räume geschickt und versuchten, nach Ballgewinn schnell umzuschalten. Dies gelang ihnen einige Male ganz gut, je einmal mussten Salbert sowie Schulz Kopf und Kragen riskieren, um einen Gegentreffer zu verhindern.

Das Angriffsspiel des Tabellenführers lahmte hingegen weiterhin. Zwei Soloversuche von A. Jacobi brachten keinen Erfolg, einen Freistoß von Weichert kratzte der auffallend gute Olympia-Schlussmann Breuer mit den Fingerspitzen aus dem Winkel. Auf der Gegenseite hatten die Klinger-Mannen erneut Glück, als Seidel die Kugel für den bereits geschlagenen Schulz von der Linie köpfte. Eben jener Seidel war es dann auch, der den einzig brauchbaren Angriff in Halbzeit eins zum Führungstreffer vollendete. Den gut getimten Pass von Brandenburger pflückte er mit der Brust herunter und ließ Breuer mit straffem Flachschuss aus Nahdistanz keine Chance (41.).

Mit einer schmeichelhaften Führung des Favoriten ging es in die Kabinen, mit dem Vorhaben, es im zweiten Durchgang besser zu machen, kam die Truppe zurück aufs Grün. Besserung war zunächst keine in Sicht. Zwar riss auch die Heimelf keine Bäume aus, warf allerdings kämpferisch alles in die Waagschale und kam so nach einer Stunde zum nicht unverdienten Ausgleichstreffer. Ein Freistoß von halblinks segelte hoch in den Strafraum, Peisker stand am Fünfmeterraum goldrichtig und schob zum 1:1 ein (60.). Der Ligaprimus wankte nun sichtlich. Die Hielscher-Mannen witterten Morgenluft und spielten - angetrieben von Würzberger und Raddatz - weiter mutig nach vorn. Die beiden klarsten Möglichkeiten zur Führung vergaben Angreifer Vogel, der im Eins-gegen-Eins am stark reagieren Schulz nicht vorbei kam, sowie Raddatz, dessen Schuss aus 16 Metern nur die Lattenoberkante touchierte.

Mit mehr Glück als Verstand überstanden die Engelsdorfer diese Phase unbeschadet, eine Führung des Schlusslichts wäre zu diesem Zeitpunkt nicht unverdient gewesen. Dass am Ende doch noch drei Punkte für die Lok-Elf raussprangen, fasste Olympia-Keeper Breuer nach der Partie recht treffend zusammen: „Wir stehen unten drin, da scheint Dir das Pech einfach an den Stiefeln zu kleben. Wer oben steht, der gewinnt eben auch solche Spiele.” Und tatsächlich bestätigte sich die viel zitierte Fußballweisheit auch an diesem Nachmittag. Eine Flanke von Weichert landete beim eingewechselten Reiche. Von dessen Brust tropfte der Ball vor die Füße des ebenfalls in die Partie gekommen Jama, in bester Joker-Manier nagelte er die Kugel humorlos in die Maschen (84.). Die Heimelf warf nun natürlich nochmal alles nach vorn, kam in den rund acht Minuten inklusive Nachspielzeit aber nicht mehr zwingend vors Gehäuse der Klinger-Elf.

Nach Abpfiff bescheinigten die sichtlich erleichterten Engelsdorfer den Hausherren eine couragierte Leistung, für die sich diese selbstverständlich schlussendlich nichts kaufen konnten. Ein Punkt wäre definitiv verdient gewesen für die abstiegsbedrohten SGO-Kicker, am Ende kam der Spitzenreiter jedoch mit einem blauen Auge davon und hält damit seine eindrucksvolle Serie weiter am Leben.

Die nächste Aufgabe wartet am kommenden Samstag auf eigenem Platz. Ab 14 Uhr stellt sich mit dem Nachbarn aus Mölkau die nächste noch um den Klassenverbleib kämpfende Truppe an der Hans-Weigel-Straße vor. mw

Engelsdorf: Schulz - Brandwein, P. Jacobi, Salbert (66. Reiche) - Kollrich (90.+1 Thümmler), Seidel, Weichert (C), Kaden - A. Jacobi, Brandenburger - Neumeister (59. Jama)

Tore: 0:1 Seidel (41.), 1:1 Peisker (60.), 1:2 Jama (84.)

Schiedsrichter: Rouven Lüter

Assistenten: Florian Schlecht, Cornelius Jan Schlittgen

Zuschauer: 22

Bilder zum Spiel gibt's HIER!

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