Mit einem am Ende deutlichen 5:0-Heimsieg gegen Fortuna Leipzig konnten die Engelsdorfer auch das Rückspiel des Leipziger Ostderbys für sich entscheiden. Ähnlich wie im Hinspiel (4:0), knackten die Klinger-Mannen auch diesmal erst Mitte der zweiten Hälfte den Abwehrcode der Gäste, um letztlich doch noch souverän die drei Punkte klar zu machen.

Wie erwartet, stellten sich die Mannen von der Riesaer Straße anfangs als kompakte und kampfstarke Einheit vor. Rigoros im Zweikampf, gestatteten sie dem Tabellenführer zunächst wenig Entfaltungsmöglichkeiten. Bewegte sich ihr Einsatz hin und wieder durchaus an der Grenze des Erlaubten, verlief die Partie - abgesehen von ein paar kleinen Scharmützeln - insgesamt jedoch in einem fairen Rahmen. Die Gastgeber machten es den Fortunen durch viele Ungenauigkeiten im Passspiel zunächst nicht allzu schwer, ihr Vorhaben umzusetzen. Der holprige Rasen tat sein Übriges, so dass neben verbissenen Duellen und Fehlabspielen in Hälfte eins wenig ansehnliche Fußballkost geboten wurde.

Ging es mal flüssig von hinten nach vorne, so fehlte dem letzten Pass entweder die Präzision oder ein Lok-Angreifer stand im Abseits. Gefühlte 20 Mal schnellte der „Wimpel” vor der Engelsdorfer Trainerbank nach oben. Die geräuschlose Zurkenntnisnahme durch die dort befindlichen Personen (mal von lautstarker Kritik am eigenen Angriffsverhalten abgesehen), unterstrich die Richtigkeit der Entscheidungen von Schiri-Assistent Hoffmann. Ein Distanzschuss von A. Jacobi sowie ein Versuch von Seidel waren noch die gefährlichsten Aktionen. Da die Gäste außer einem Freistoß von Heinrich, der am langen Eck vorbei zischte, offensiv ebenfalls nicht viel zu Stande brachten, ging es schließlich torlos in die Pause.

Mit der Vorgabe, geduldig nach dem Schlüssel zu suchen und sich an vorderster Front endlich cleverer zu verhalten, starteten die Hausherren in Halbzeit zwei. Besagten Türöffner fanden wenige Minuten später Weichert und Apreck. Der Lok-Kapitän spielte einen ruhenden Ball gedankenschnell in den Lauf des sofort startenden Angreifers. Schuss aus der Drehung, fünftes Saisontor und Führungstreffer für die Lok (51.)! Nur zwei Minuten später wäre den Gästen mit ihrer einzig verheißungsvollen Möglichkeiten um ein Haar der Ausgleichstreffer gelungen. Nach Eingabe von rechts musste Schulz sein ganzes Können aufbieten, um den Schuss vom eingewechselten Beckert noch an den Querbalken zu lenken.

In der Folgezeit spielte allerdings nur noch eine Truppe nach vorn. Der Führungstreffer tat dem Spiel des Spitzenreiters sichtlich gut, die Fleck-Elf wurde Minute um Minute immer tiefer in der eigenen Hälfte eingeschnürt. Bis zum beruhigenden zweiten Treffer mussten sich die Lok-Anhänger allerdings noch gedulden, das Strickmuster war jedoch identisch mit dem des Führungstores. Wieder war es Weichert, der nach Pfiff des Unparteiischen blitzschnell reagierte und diesmal Seidel in den Strafraum schickte. Dieser wurde dabei von einem Gegenspieler von den Beinen geholt, Schiedsrichter Becker zeigte sofort auf den Punkt. Weichert lief an und schickte Fortuna-Schlussmann Uhse zum 2:0 in die falsche Ecke (70.).

Der Widerstand der bis dahin tapfer kämpfenden Gäste war nun vollends gebrochen. Zudem bauten sie auch konditionell sichtlich ab, was die Heimelf in den letzten zehn Minuten gnadenlos bestrafen sollte. Torjäger Brandenburger - bis dahin praktisch unsichtbar - schnürte innerhalb von acht Minuten einen lupenreinen Hattrick und schraubte das Resultat letztendlich auf 5:0 in die Höhe. Zunächst umkurvte er nach Zuspiel von Seidel den Keeper (81.), anschließend köpfte er eine punktgenaue Koenigs-Flanke unters Dach (85.) . Einen Pass von Winkler spitzelte er zur Krönung am heraus eilenden Uhse vorbei und zum Endstand ins leere Gehäuse (89.).

Pünktlich pfiff der Unparteiische die Partie ab, der 17. Saisonsieg war in Sack und Tüten. Neben den drei Punkten konnten sich die Klinger-Schützlinge zudem mal wieder über ein „Zu-Null” freuen. Mitverantwortlich dafür zeigte sich Winter-Neuzugang Sebastian Kaden, der an der Seite von P. Jacobi und Brandwein ein sehr ordentliches Debüt abgab.

Weiter geht's am kommenden Sonntag mit dem Auswärtsspiel bei der SG Olympia 1896 Leipzig. Anpfiff auf der Mühlwiese ist 15 Uhr. mw

Engelsdorf: Schulz - Kaden (84. Thümmler), P. Jacobi, Brandwein - Koenigs, Seidel, Weichert (C), Winkler (65. Kollrich) - Apreck (84. Winkler) - A. Jacobi, Brandenburger

Tore: 1:0 Apreck (51.), 2:0 Weichert (70., FE), 3:0 Brandenburger (81.), 4:0 Brandenburger (85.), 5:0 Brandenburger (89.)

Schiedsrichter: Holger Becker

Assistenten: Dirk Hoffmann, Dieter Nitsche

Zuschauer: 65

Bilder zur Partie gibt's HIER!

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