Denkbar knapp sind die Engelsdorfer in der zweiten Runde des Sachsenpokals gescheitert. Gegen den zwei Spielklassen höher angesiedelten SV Liebertwolkwitz zog man trotz toller Mannschaftsleistung kurz vor Ende den Kürzeren. In der 120. und damit letzten Spielminute der Verlängerung, verhinderte Trotzsch mit einem „Lucky Punch“ das anstehende Elfmeterschießen und sorgte somit für einen glücklichen Ausgang der umkämpften Partie. Leider musste Trainer Klinger mit Seidel, Brandenburger, Salbert, Thümmler, Jama, Staude, Winkler und Wießner auf eine ganze Reihe von Akteuren verzichten, so dass es diesmal recht übersichtlich auf der Reservebank zuging. Auch auf Grund der Verlängerung erwies sich dies zum Ende hin doch als kleiner Nachteil für die Heimelf.

Die Gäste überließen den Hausherren etwas überraschend den Großteil an Ballbesitz. Nach wenigen Minuten hatten die Heimfans bereits den Torschrei auf den Lippen, allerdings kratzte Ilgner im SVL-Tor den kernigen Fernschuss von Weichert nach Rückpass von Apreck gekonnt aus dem Dreiangel. Schnelles Umschaltspiel lautete die Devise der „Wolkser“, mit der sie auch früh in Führung gehen konnten. Hickel tankte sich über rechts auf die Grundlinie durch und fand im Zentrum Mitspieler Aust, der sehenswert aus Nahdistanz vollenden konnte (10.). Unbeeindruckt spielten die Lok-Mannen weiter nach vorn, ohne jedoch den Rückwärtsgang zu vernachlässigen. Junghanns, P. Jacobi und Reiche hielten ihre Gegenspieler energisch in Schach, auch im Mittelfeld um den erneut starken Koenigs wurde ordentlich an den Ketten gezerrt. Einen ruhenden Ball von Weichert, nach Foulspiel an A. Jacobi, fischte erneut der beste Gästeakteur, Torhüter Ilgner, mit den Fingerspitzen aus dem Eck. Beim direkt anschließenden Eckball des Lok-Kapitäns war er dann allerdings machtlos, Apreck stand goldrichtig und nickte zum verdienten Ausgleichstreffer ein (34.). Da bei zwei Versuchen von A. Jacobi die nötige Präzision fehlte und den Gästen zunächst nicht viel einfiel, ging es mit einem 1:1 in die Pause.

Die zweiten 45 Minuten spielten sich hauptsächlich zwischen beiden Strafräumen ab. In den direkten Duellen schenkten sich beide Teams weiterhin keinen Zentimeter, wobei das Geschehen auf dem Rasen überwiegend fair ablief. Leider versäumten es die Klinger-Schützlinge, den sich bietenden Raum besser zu nutzen, oftmals wurde im letzten Drittel zu ungenau agiert. Bei zwei Aluminiumtreffern hatten die Gäste Pech, der sonst aufmerksame Fleischer im Lok-Kasten hätte beide Male keine Abwehrchance gehabt. Da die intensive und umkämpfte Partie langsam aber sicher Spuren bei beiden Teams hinterließ, lief alles auf eine Verlängerung hinaus. In dieser hatten wiederum die Gäste zwei hochkarätige Chancen, erneut der Pfosten sowie einmal Fleischer mit fulminanter Reaktion verhinderten allerdings einen zweiten Gästetreffer. Nachdem P. Jacobi nach erneutem Foulspiel mit Gelb-Rot vom Feld musste (96.), drängten die „Wolkser“ nun noch energischer auf die Entscheidung. Mit großem Einsatz und toller mannschaftlicher Geschlossenheit hielten die Engelsdorfer jedoch dagegen, nach gelb-roter Karte für SVL-Kicker Lehmann (108., Meckern) herrschte in den letzten zehn Minuten zudem wieder Ausgeglichenheit.

Umso bitterer, das die Gäste in der Schlussminute - nach ähnlichem Strickmuster wie beim Führungstreffer - doch noch den Weg ins Glück fanden und so einem Elfmeterschießen aus dem Weg gehen konnten. Wieder war es Hickel, der die entscheidende Vorarbeit leistete, Trotzsch stand am langen Pfosten unbewacht und hatte wenig Mühe, zum umjubelten Siegtreffer einzuschieben (120.).

Bei aller Freude über den Last-Minute-Sieg, welcher ganz sicher nicht unverdient war, bleibt allerdings ein fader Beigeschmack am Verhalten einiger Liebertwolkwitzer Betreuer. Allen voran Trainer Thomas Rochol erwies sich als durch und durch schlechter Gewinner, beleidigte ehemalige Weggefährten aus vergangenen, gemeinsamen Tagen sowie auch andere Engelsdorfer Spieler in grenzwertiger Art und Weise. Von einer Vorbildfunktion als Trainer war er an diesem Tag leider meilenweit entfernt! Bleibt zu hoffen, dass der verhältnismäßig junge Coach dies mittlerweile ähnlich sieht und zukünftig etwas souveräner und respektvoller auftritt.

Nachdem nun beide Pokalwettbewerbe für die Engelsdorfer vorbei sind, steht am kommenden Wochenende endlich der Start ins neue Spieljahr an. Als Stadtklasse-Neuling empfängt man am Samstag die zweite Mannschaft vom VfK Blau-Weiß Leipzig an der heimischen Hans-Weigel-Straße. mw

Engelsdorf: Fleischer - Junghanns (90. Malcoci), P. Jacobi, Reiche - Brandwein, Karwatzky, Koenigs, Schmager (61. Kollrich) - Weichert (C), A. Jacobi - Apreck

Tore: 0:1 Aust (10.), 1:1 Apreck (34.), 1:2 Trotzsch (120.)

Schiedsrichter: Patrick Schalkowski

Assistenten: Reiner Fischer, Frank Nestler

Zuschauer: 100

Bilder zur Partie gibt's HIER !

Nach oben