Trotz etwas müder Knochen vom Sonntags-Kick in Burghausen und personellem Engpass, ließen sich die Engelsdorfer auch zwei Tage später nicht die Butter vom Brot nehmen. Ohne die verletzten Junghanns, Brandwein und Brandenburger, die beruflich verhinderten Apreck und Winkler sowie den rotgesperrten Salbert, trat der Spitzenreiter am Mittwochabend zum Nachholer bei Blau-Weiß Leipzig II an. Mit einer abermals couragierten Vorstellung sicherten sich die Schützlinge des Erfolgsgespanns Klinger/Mißlitz mit ihrem „Lieblingsergebnis” den 22. Dreier. Damit hat der Aufsteiger am kommenden Samstag beim Spitzenspiel gegen Rotation Leipzig II die Möglichkeit, auf eigenem Platz den Meistertitel perfekt zu machen.

Aber der Reihe nach. Auf Grund des zusammen geschrumpften Kaders war Coach Klinger gezwungen, einiges umzustellen. Für Salbert rutschte Thümmler in die Abwehr, Karwatzky auf die Doppelsechs neben Seidel und Kaden beackerte die linke Bahn. Kapitän Weichert rückte weiter nach vorn und agierte mit Alex Jacobi sowie dem ebenfalls neu ins Team gekommenen Kollrich an vorderster Front. Für die Versorgung mit brandheißen und exklusiven Informationen rund ums Spiel zeigte sich an diesem Abend der am Sonntag vom Platz geflogene Felix Salbert verantwortlich. Die etatmäßige Nummer 16 der Lok-Elf ließ sich nicht zweimal bitten und tickerte in bester 11-Freunde-Manier für alle verhinderten Akteure munter drauf los. Da wir der Welt diesen 90-minütigen Monolog definitiv nicht vorenthalten können, gibt's heute mal auf diesem Wege die wichtigsten Inhalte zum Spiel:

 

• Es kam wie es kommen sollte. Die Mannschaften stehen sich zum Einlaufen gegenüber. Die Hymne schallt durchs Stadion. Die Aufsteiger-Truppe trägt ein Shirt. Jeder das gleiche. Mit der Nummer 16 drauf. Die unzählbaren Fans schreien: „Salbé, Salbé, Salbertsson olé!”

• Die Teams laufen ein. Kurzes Handshake symbolisiert den „Wir kommen alle frisch von der Arbeit”-Charakter.

• Engelsdorf von Beginn an da. Ruhig im Aufbauspiel und mit den nötigen Stichen in das Herz der VfK-Hintermannschaft. Allerdings hält der Gegner gut dagegen und hat die erste Chance. HS1 entschärft den Distanzschuss gewohnt souverän. Ansonsten zunächst nur wenige echte Strafraumszenen.

• Aber die Lok bleibt ruhig.

• Nach einer Viertelstunde ist's soweit : Sensationeller Ball von Pat Jacobi auf die Außen. Gordon Koenigs, halb Muskel halb Döner, saugt das Ding an und spielt auf den einzig wahren, den Stefan Raab unter den Metzgern. Unsere Nummer 10. Unser Capitano. Salb...Marco Weichert. Direktabnahme. Die Führung in Minute 15.

• Nur wenige Augenblicke später hat Sasch nach Pass von Kid Kolli den zweiten Treffer auf dem Stiefel, scheitert aber am aufmerksamen VfK-Keeper.

• Danach ist das Spiel etwas zerfahren. Die Dampflok weiterhin mit Ruhe und Kontrolle aber auch mit Ungenauigkeiten, die den Gegner das ein oder andere Mal vors Tor bringen. Aber unsere Jogginghose musste bis auf den Versuch in den Anfangsminuten bisher nicht groß eingreifen.

• Pat mit vielen Ballkontakten und Passsicherheit.

• Tommy "Lord" Reiche mit der nötigen Robustheit eines römischen Gladiators.

• Markus, wohlwissend, dass sein Trikot diesmal sehr, sehr schwer ist (dem armen Kerl wurde tatsächlich die Nummer 16 verpasst). Fitzt sich rein. Wird von Minute zu Minute zweikampfstärker.

• Gordon - die rechte Außenbahn gibt es nicht mehr. Alles weggebrannt vom ständigen auf und ab unserer Nummer 13. Oft nur durch Fouls zu bremsen.

• Sascha bzw. Herr Seidel, wie ihn Freunde liebevoll nennen dürfen. Holt die Bälle aus dem Defensivverbund ab. Ballsicher. Passsicher. Wie immer halt.

• Ralle aka Mixe. Ist auch da. Braucht wohl bald eine andere Trikotgröße, obwohl heute mit dem etatmäßigen Oberteil der verhinderten Muskelspinne unterwegs.

• Marco und Alex machen vorne die Bälle fest und überzeugen mit Einzelaktionen und starkem Auge für die freien Räume.

• Kolli - hängt ein bisschen seiner Form hinterher. Aber beißt sich rein. Wohl zu viel Energie in Berlin gelassen, der junge Mann.

• Seb, unser Holzschnitzer. Ebenso wie Gordon sehr fleißig aber bisher etwas glücklos. Hat mittlerweile gemerkt, dass er zwei linke Schuhe trägt. Fauxpas zur Halbzeit korrigiert.

 

• Nun geht es weiter. Anpfiff zur zweiten Hälfte.

 

• 55. Minute. Ein Pfiff. Freistoß für „La bestia negra”. Kurz vor dem Strafraum, Alex Jacobi wurde gefällt. Aber wer soll schießen? Salbert ist gesperrt. Alle gucken fragend nach draußen. Block A, Rang 4, Sitz 45. Da sitzt er. Der Rotsünder. Er zeigt mit den Händen eine zehn. Die Rückennummer. Also darf der Capitano es versuchen. Er legt sich streichelnd die Kugel zurecht, spuckt nach links, spuckt nach rechts. Nimmt drei Schritte Anlauf. Spuckt nochmal nach links. Dann nochmal nach links. Anlauf. Unhaltbar zappelt der Fisch im Netz! Jubelschreie ertönen. Und das mit den Händen symbolisch geformte Herz zeigt Richtung Block A, Rang 4, Sitz 45. Was für ein Spirit! Zweites Tor von unserer Nummer 10, 10, 10!!!

• Die Heimelf versucht zu antworten. Es wirkt etwas unkoordiniert aber der ein oder andere Spielzug ist dabei. Ein flacher Ball in die Mitte wird abgefälscht und landet beim eben eingewechselten BW-Stürmer Haag. Aus Zuschauersicht blieb Hagen chancenlos, da sich der Schütze die Ecke aussuchen konnte. Die Engelsdorfer Kiebitze haben immer Recht. Blau-Weiß verkürzt auf 1:2.

• Huiuiui, jetzt wird's hektisch! Blau-Weißer Lattenkracher der Kategorie "Lass den Salbert ruhig schießen". Hoch. Weit. Und tropft auf die Latte. Schlussmann Hagi sah diesen Ball wohl schon im Aus. Der Gastgeber drückt.

• 75. Minute, Wechsel bei den schwarzen Engeln. Das Trainerteam setzt nun auf den afrikanischen Kampfgeist. Abdi rein. Ralle raus.

• Nach einer kurzen Umstellung ist klar: Man setzt nicht auf eine Überraschung und stellt den afrikanischen Freigeist in die Zentrale. Seb rutscht rein. Kolli auf die Außenbahn und unsere „Black Mamba” wirbelt in der Spitze.

• Ändert zunächst wenig. Die Heimelf drängt weiter auf den Ausgleich.

• Aufbauspiel in der Hintermannschaft von Blau-Weiß. Der Capitano und „Black Beauty” laufen energisch an, setzen die Abwehr unter Druck. Schließlich  ist es AJ14, der den Ball vom Verteidiger stibitzt und dem Torwart im Eins-gegen-Eins mal so gar keine Chance lässt. Satter Spannschlag ins linke Eck - 1:3!

• Jetzt wird es hitzig. Blau-Weiß bleibt dran und wird so langsam rüde. Unseren 8er hat's erwischt. Aber nach kurzer Behandlung von Mannschaftsarzt Dr. med. Haircut geht es für den Dauerbrenner auf der Sechs weiter. BTW: Klasse Partie von Sasch!

• Kurz darauf ist Schluss! Aus, aus, aus! Das Spiel ist aus! Wir sind We...iter ungeschlagen!

• Salbertsson wird auf den Händen der Fans in Stagediving-Manier von Block A, Rang 4, Sitz 45 nach unten gereicht. Die Mannschaft feiert. Wohlwissend, dass man in der zweiten Halbzeit nicht so souverän war.

• Aber egal, die nächsten drei Punkte im Sack - so läuft's!

 

Wem spätestens jetzt nicht auch das Zwerchfell juckt, nun ja, der hat den Fußball wohl wirklich nie geliebt. Wie bereits erwähnt, geht's am Samstag mit dem Topduell - Erster gegen Zweiter - an der heimischen Hans-Weigel-Straße weiter. Bis dahin heißt es gut erholen und Kräfte tanken! Der gesperrte 16er ist auch vor Ort, versprochen! mw

Engelsdorf: Schulz - Thümmler, P. Jacobi, Reiche - Koenigs, Seidel, Karwatzky (75. Jama), Kaden - Weichert (C) - Kollrich, A. Jacobi

Tore: 0:1 Weichert (15.), 0:2 Weichert (55.), 1:2 Haag (69.), 1:3 A. Jacobi (83.)

Schiedsrichter: Bodo Fritz

Assistenten: Maximilian Beyer, Cornelius Jan Schlittgen

Zuschauer: 13

Bilder zum Spiel gibt's HIER!

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