Mit einem schwer erkämpften Arbeitssieg konnte der Spitzenreiter seinen Nimbus auch am 14. Spieltag wahren. Dank eines 4:2-Erfolgs gegen Böhlitz-Ehrenberg steuert die Truppe von Coach Klinger weiter ungeschlagen Richtung Durchmarsch, machte sich das Leben gegen tapfere Gäste diesmal allerdings selbst ziemlich schwer.

Bevor es richtig los gehen konnte, galt es zunächst zum Gedenken an den kürzlich verstorbenen Kurt Großhans - seines Zeichens langjähriges Vereinsmitglied sowie gleichzeitig Präsident des Engelsdorfer Carneval Clubs (ECC) - in Form einer Schweigeminute inne zu halten. Mit nur 63 Jahren ging Kurt leider viel zu früh von uns, sein Andenken wird von den vielen Wegbegleitern sowie allen Engelsdorfer Sportfreunden stets in Ehren gehalten.

Das Spiel begann aus Engelsdorfer Sicht auffällig druckvoll. Sofort wurden die Gäste gestört, zwei Distanzschüsse vom aufgerückten Carl Junghanns verfehlten in den Anfangsminuten nur knapp ihr Ziel. Die Böhlitzer taten sich zunächst schwer, konstruktives Offensivspiel wurde durch lang geschlagene Bälle Richtung Lok-Hälfte ersetzt. Damit war der Heimelf allerdings nicht beizukommen, die ihrerseits weiter eifrig am Führungstor werkelte. Nachdem zunächst Kollrich sowie auch Apreck noch scheiterten, machte es Brandwein Mitte der ersten Halbzeit besser. Von Seidels Kopf kam der Ball von der Grundlinie zurück, per sehenswerter Direktabnahme ließ „Paule” das Böhlitzer Netz von der Strafraumgrenze das erste Mal zappeln (20.). Nach einem weiten Einwurf vom Torschützen hatte Weichert prompt die Chance zu erhöhen, setzte das Leder jedoch am Kasten vorbei. Mit der nächsten Offensivaktion konnte die Führung dann doch zeitnah ausgebaut werden. Über Apreck landete der Ball bei Sturmpartner Brandenburger, der TSV-Schlussmann Michalski per Linksschuss überwinden konnte (26.).

Ein clever herausgeholter Freistoß von Schlitzohr Zahn hatte kurz darauf den überraschenden Anschlusstreffer für die Gäste zur Folge. Der „Gefoulte” legte sich die Kugel aus rund 18 Metern selbst zurecht und versenkte zum 2:1 (29.). Die Klinger-Elf schüttelte sich kurz und fand fünf Minuten im Anschluss die passende Antwort. Nach Zuspiel von Weichert setzte sich Kollrich energisch durch und stellte per Abschluss ins lange Eck den alten Abstand wieder her (34.). Im munteren Fünf-Minuten-Rhythmus ging es weiter, erneut waren die Gäste erfolgreich. Ein ruhender Ball Höhe Mittellinie fand im Sechzehner den Kopf von Menzel und letztlich den Weg ins Böhlitzer Glück (39.). Mit einem knappen 3:2-Vorsprung für den Favoriten ging es in die Kabinen, wenngleich dieser auf Grund der Spielanteile und Möglichkeiten eher schmeichelhaft für die Gäste zu bewerten war.

Nach dem Wechsel hätten die Hausherren einer letztlich schwachen zweiten Hälfte zeitig vorgreifen können, taten dies in Person von Karwatzky jedoch leider nicht. Einen tollen Spielzug über rechts, initiiert von Junghanns und Kollrich, konnte er nicht krönen, verfehlte die Eingabe im Zentrum denkbar knapp. Was folgte, waren Fehlpässe, Ungenauigkeiten sowie vor allem hektische Aktionen in Reihen der Lok-Mannen. Man bettelte förmlich um den Ausgleichstreffer, brachte sich unverständlicherweise immer wieder selbst in die Bredouille. Bei teils klarsten Möglichkeiten von Menzel, Görlitz oder Zahn brannte es lichterloh, der kläglichen Chancenverwertung der Gäste sowie mehrfach Schlussmann Fleischer war es zu verdanken, dass die knappe Führung hielt. Rund dreißig Minuten „schwamm” die Klinger-Elf durch diese zweite Hälfte, die ohne wenn und aber die bisher schlechteste der Saison war.

Rund zehn Minuten vor dem Ende konzentrierten sich die Lok-Kicker dann glücklicherweise wieder auf ihre Stärken, ließen Ball und Gegner endlich wieder laufen und wurden sofort wieder gefährlich. Ein berechtigter Platzverweis für TSV-Angreifer Menzel rund fünf Minuten vor Ultimo brachte zusätzlich Raum, der schlussendlich zur Entscheidung genutzt wurde. Apreck setzte am Strafraumeck zum Solo an und steckte im richtigen Moment zu Kollrich durch. Dieser behielt die Übersicht, legte quer zum eingewechselten Winkler, der nur noch ins leere Gehäuse einschieben musste (90.).

Die Erleichterung war allen Engelsdorfern nach Schlusspfiff förmlich anzusehen, wohlwissend, dass man diesmal mit einem blauen Auge davon gekommen war. Wenn dieser „dreckige” Sieg zur Schärfung der Sinne vor den beiden letzten Duellen des Jahres beitragen sollte, so wird man sicherlich nicht lange darüber reden müssen. Letztlich wurden die drei Punkte eingefahren - Haken dran und weiter geht's! Zum letzten Hinrunden-Spieltag dampft der Lok-Tross am Sonntag ins Stötteritzer Südost-Stadion und wird versuchen, auch dort erfolgreich zu sein! mw

Engelsdorf: Fleischer - Junghanns, P. Jacobi, Thümmler (63. Wießner) - Kollrich, Seidel, Karwatzky (75. Winkler), Brandwein - Weichert (C) - Apreck, Brandenburger

Tore: 1:0 Brandwein (20.), 2:0 Brandenburger (26.), 2:1 Zahn (29.), 3:1 Kollrich (34.), 3:2 Menzel (39.), 4:2 Winkler (90.)

Schiedsrichter: Oliver Fuchs

Assistenten: Thomas Becker, Uwe Ihle

Zuschauer: 30

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