Mit dem knappsten aller Resultate setzten sich die Engelsdorfer am vergangenen Sonntag bei der "Zweiten" von Rotation Leipzig 1950 durch. Trotz zahlreicher Torchancen auf beiden Seiten, fand der Ball nur einmal den Weg ins Netz und verschaffte somit den Lok-Kickern den vierten Sieg in Folge und gleichzeitig den vorläufigen Sprung auf Platz zwei der Stadtliga-Tabelle.

Die Geschichte der Partie, bei der das Lok-Trainergespann auf P. Jacobi, Reiche, Koenigs, Karwatzky und Fleischer verzichten musste, ist im Grunde recht schnell erzählt. Auf dem sehr, sehr, sehr, sehr kleinen Kunstrasenplatz an der Delitzscher Straße war bereits vorm Anpfiff klar, was über die kompletten 90 Minuten zu sehen sein wird. Lange Bälle hüben wie drüben, Zweikämpfe en masse, Einwürfe und Abstöße ohne Ende sowie reichlich Möglichkeiten für beide Keeper, sich auszuzeichnen. Vorab sei erwähnt, dass der Unparteiische Jopp Judenhagen die ganz sicher nicht einfach zu leitende Partie über weite Strecken souverän und sicher im Griff hatte.

Nachdem die Gäste in den Anfangsminuten noch versuchten, den Ball in gewohnter Manier durch die eigenen Reihen laufen zu lassen, so mussten sie doch recht schnell feststellen, dass das an diesem Tag nix werden würde. Auch wenn's nicht sonderlich schön anzusehen war: Letztendlich war es unumgänglich, nach dem berühmten "Kick and Rush"-Prinzip zu verfahren und das Beste draus zu machen.

Die erste gute Gelegenheit besaß Seidel, der nach klasse Zuspiel von Alex Jacobi nur den Pfosten traf. Kurz darauf hatten auch die Hausherren nach einer Direktabnahme ihren ersten Alutreffer zu verzeichnen. Ansonsten zeigten sich Abwehrchef Apreck & Co. sowie Schlussmann Kittel stets als souveräner Verbund, die meisten Versuche der Rotation-Reserve verfehlten allerdings ihr Ziel recht deutlich.

Auf der anderen Seite sah es da schon ganz anders aus. Ein ruhender Ball von Seidel streifte zunächst die Oberkante des Querbalkens. Nach Ecke von Weichert entschärfte SG-Hüter Stöckmann Brandenburgers Kopfball ebenso reflexartig wie den kernigen Nachschuss von Brandwein. Direkt im Anschluss war es erneut Brandenburger, der nach weitem Brandwein-Einwurf, wiederum per Kopf, seinen Meister im Torwart der Heimelf fand. Trotz reichlich Action wurden letztlich torlos die Seiten getauscht.

Am Geschehen auf dem Platz änderte sich in den zweiten 45 Minuten rein gar nichts. Beide Teams versuchten weiterhin mit unkonventionellen Mitteln zu Chancen zu kommen, meist war "Bruder Zufall" mit im Spiel. Nachdem sich Kittel zweimal beweisen musste, setzten die Engelsdorfer Mitte der zweiten Hälfte den „goldenen Schuss”. Einen Freistoß von halbrechts brachte Seidel butterweich vors Tor, Robert John bewies am Fünfmeterraum perfektes Timing und wuchtete die Kugel per Kopf zum umjubelten Führungstreffer in die Maschen (63.).

Die Heimelf mühte sich in der Folgezeit redlich und setzte die Lok-Defensive nochmal ordentlich unter Druck. Einen weiteren Lattentreffer sowie eine glasklare Chance von Linksfuß Kyncl überstanden die Gäste mit etwas Glück. Keeper Kittel und einer weiterhin aufmerksamen Defensivleistung aller war es zu verdanken, dass der kostbare Vorsprung bis in die Schlussphase erfolgreich verteidigt werden konnte. Eine Kopfball-Verlängerung von Alex Jacobi nach einem der gefühlten 247 Einwürfe von Brandwein, hätte kurz vorm Schlusspfiff beinahe erneut für freudige Wallungen seitens der Engelsdorfer gesorgt.

Doch glücklicherweise reichte es auch so zum vierten Auswärtserfolg der Saison. Drei nicht besonders schöne jedoch umso wichtigere Punkte wanderten schlussendlich aufs Konto der Klinger/Mißlitz-Elf - mehr zählte an diesem Tag nun wirklich nicht!

Weiter geht's planmäßig am kommenden Samstag um 14 Uhr. Sollte der Wettergott nicht erneut die Finger im Spiel haben und für eine zentrale Spielabsage (für Partien auf Rasenplätzen) sorgen, so empfangen die Engelsdorfer den zweiten Mitaufsteiger vom VfB Zwenkau 02 II zum letzten Hinrundenspiel an der Hans-Weigel-Straße. mw

Engelsdorf: Kittel - Salbert, Apreck, Brandwein - Kollrich, Seidel, John, Kaden - Weichert (C) - A. Jacobi, Brandenburger

Tor: 0:1 John (63.)

Schiedsrichter: Jopp Judenhagen

Assistenten: Nico Kottenhahn, Tobias Pohl

Zuschauer: 45

Bilder zum Spiel gibt's HIER!

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