In einem über die komplette Spielzeit ausgeglichenen Endspiel um den Leipziger Stadtpokal, mussten sich die Klinger-Mannen dem VfK Blau-Weiß Leipzig am Ende mit 2:4 geschlagen geben. Von einem Zwei-Klassenunterschied war wahrlich nichts zu sehen. Durch zu viele eigene Fehler, welche der Stadtmeister eiskalt bestrafte, nahm man sich im Grunde selbst die Chance, mehr als die Glückwünsche für eine couragierte Vorstellung mit heim zu nehmen.

Die Partie begann denkbar ungünstig für den Außenseiter. Nach einem weiten Ball zeigte sich die Lok-Defensive ungeordnet, Blau-Weiß-Torjäger Gensel nutze dies per sehenswertem Linksschuss von der Strafraumgrenze zur frühen Führung (8.). Wer nun dachte, die Heimelf würde - wie nur allzu oft im Ligaspielbetrieb - dem Gegner frühzeitig den Garaus machen, sah sich absolut getäuscht. Die Engelsdorfer übernahmen fortan das Zepter, zeigten sehenswerte Spielzüge und hätten sich Mitte der ersten Hälfte fast belohnt. Nach Pass von Brandenburger ließ A. Jacobi im Strafraum seinen Gegenspieler ins Leere laufen, scheiterte beim Abschluss am gut reagierenden Herrmann im BW-Tor. Auf der Gegenseite gab es plötzlich Elfmeter für die Heimelf. Einen sauber geführten Zweikampf von Koenigs bewertete Schiedsrichter Groß fälschlicherweise als Foulspiel, so dass die Hawranke-Elf die Chance zum zweiten Treffer bekam. Geisler trat an, drosch den Ball allerdings recht deutlich am Kasten von Fleischer vorbei.

Mit einem knappen Rückstand aus Sicht der Lok-Elf wurden die Seiten gewechselt, welcher sich jedoch kurz nach Wiederanpfiff umgehend erhöhen sollte. Nach weitem Ball in den Sechzehner, stand Prochaska mit dem Rücken zum Tor, drückte die Kugel aus Nahdistanz artistisch in die Maschen (46.). Doch auch der zweite Treffer brach keineswegs die Moral der Engelsdorfer. Unbeirrt zogen sie die Vorgaben weiter durch, kamen zehn Minuten nach dem 0:2 zum Anschlusstreffer. Brandenburger zog an der Strafraumgrenze ab und ließ Herrmann per Schlenzer keine Abwehrchance (56.).  Die Gäste waren nun am Drücker, zum Leidwesen derer nutzte Gensel kurze Zeit später auch seine zweite Chance im Spiel eiskalt aus. Ein erneut langer Ball aus der eigenen Hälfte konnte durch schlechtes Stellungsspiel nicht verteidigt werden, aus der Drehung zog der Blau-Weiß-Torjäger ab und ließ Fleischer erneut keine Möglichkeit (62.). Mit dem Mute der Verzweiflung versuchten es die Klinger-Mannen weiter, fighteten um jeden Zentimeter und brachten den Stadtmeister weiterhin regelmäßig in arge Bedrängnis. Sehenswert herausgespielte Abschlüsse durch Winkler, A. Jacobi oder Weichert verfehlten entweder knapp ihr Ziel oder wurden Beute von Herrmann.

Von Souveränität seitens des Favoriten war auch weiterhin nichts zu sehen. Tief stehend, lauerte er weiter auf Engelsdorfer Fehler, um mit langen Bällen blitzschnell zu Kontern. Leider führte einer dieser Konter in der 77. Spielminute zum vermeintlich endgültigen K.O. für die Rot-Schwarzen. Ein fataler Fehlpass im Vorwärtsgang brachte Naumann über rechts ins Laufen, seine präzise Eingabe vollendete Berndt per Kopf zum 1:4. Als vier Minuten vor dem Ende A. Jacobi nach tollem Spielzug über Weichert und Brandenburger noch einmal verkürzen konnte (86.), warfen die Engelsdorfer in den letzten Minuten selbstverständlich alles nach vorn. Nach Gelb-Roter Karte für einen BW-Akteur spielten die Gäste die letzten Minuten gar in Überzahl und wer weiß, hätte Brandenburger kurz vor Anbruch der Nachspielzeit nicht nur die Latte getroffen...Am Ende jedoch leider alles Makulatur, in Sachen Effektivität waren die Hausherren an diesem Tag einfach kaltschnäuziger, nutzten zudem nahezu jeden Fehler der Lok-Elf gnadenlos aus. So konnten die Blau-Weißen neben dem Stadtmeistertitel auch den Pokalsieg feiern, krönten eine tolle Saison ganz sicher nicht unverdient mit dem Double.

Doch auch die Klinger-Elf verließ erhobenen Hauptes den Platz im Stadion der Freundschaft, wohlwissend, dass man spielerisch sowie kämpferisch alles rausgehauen und dem Favoriten mehr als nur Paroli geboten hatte. Die Engelsdorfer sind endgültig zurück auf Leipzigs Fußballlandkarte und nicht erst seit Samstag auf einem sehr guten Weg. mw

Engelsdorf: Fleischer - Junghanns, Buegger, Salbert - Brandwein, Koenigs, Seidel (55. Wießner), Winkler - Weichert (C), A. Jacobi - Brandenburger

Tore: 0:1 Gensel (8.), 0:2 Prochaska (46.), 1:2 Brandenburger (56.), 1:3 Gensel (62.), 1:4 Berndt (77.), 2:4 A. Jacobi (86.)

Schiedsrichter: Oliver Groß

Assistenten: Stefan Weicker, René Eichner | 4. Offizieller: Axel Felsmann

Zuschauer: 250

Bilder zur Partie gibt's HIER !

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