Auch ihren zwölften Stadtklasse-Auftritt beendeten die Aufsteiger aus Engelsdorf mit einem Sieg. Beim Spitzenspiel in Markranstädt sammelten die Klinger-Mannen die Punkte 34 bis 36 ein, ziehen damit weiter konsequent ihre Kreise an der Tabellenspitze. In der „stürmischen” Partie, bei der der böige Wind unbestritten eine Hauptrolle einnahm, hatte zunächst die Heimelf den Vorteil des Rückenwinds auf ihrer Seite. Die Entscheidung, nach gewonnener Seitenwahl zunächst gegen den Wind zu spielen, stellte sich schlussendlich als richtige Entscheidung heraus, auch wenn dies beim Trainerteam zunächst für etwas Bauchschmerzen sorgte.

In der größtenteils eher zerfahrenen ersten Hälfte hatte der Spitzenreiter nach wenigen Minuten die Riesenmöglichkeit, früh in Führung zu gehen. Nachdem Apreck von Karwatzky in Szene gesetzt wurde, behielt dieser die Übersicht und legte vor SSV-Schlussmann Egi quer zu Sturmpartner Jama. Dieser zeigte sich scheinbar so überrascht von Zeit und Raum, dass er die Kugel überhastet am leeren Gehäuse vorbei schob. Die Polz-Elf versuchte den „luftigen” Vorteil natürlich für sich zu nutzen, wählte dafür allerdings meist die falschen Mittel. Gegen die gewohnt zweikampfstarke Lok-Defensivreihe um Brandwein, P. Jacobi und Thümmler war so gut wie kein Durchkommen, einzig bei Standards zeigte sich der Tabellenzweite gefährlich. Nachdem der mittlerweile eingewechselte Brandenburger (wurde „Opfer” der DB und traf erst rund fünfzehn Minuten nach Anpfiff an der Südstraße ein) nach Zuspiel von Weichert die nächste gute Gelegenheit ungenutzt ließ, machten es die Hausherren nach einem der vielen Eckbälle wenig später besser. Nach Durcheinander im Sechzehner landete der Ball direkt vor den Füßen von K. Thiemig, per straffem Flachschuss ließ er Geburtstagskind Schulz keine Abwehrchance (29.). Die Engelsdorfer versuchten Struktur ins Spiel zu bringen, was auf Grund der Umstände weiterhin schwierig blieb. Nichtsdestotrotz fightete sich die Truppe Minute um Minute besser in die Partie und wurde dafür unmittelbar vorm Pausenpfiff belohnt. Den schönsten Spielzug der ersten 45 Minuten über Karwatzky, Kollrich und schließlich Brandenburger vollendete der „Spätstarter” zum nicht unverdienten Ausgleichstreffer (45.).

Mit Beginn der zweiten Hälfte übernahmen die Klinger-Mannen sofort das Kommando, nutzten den Vorteil des Rückenwinds clever zu ihren Gunsten und schickte die Heimelf von einer Verlegenheit in die nächste. Besonders Kollrich zeigte über rechts - offensiv wie defensiv - eine klasse Leistung. Auch wenn längst nicht alles klappte, wird sich der „Jungspund” zukünftig an dieser zweiten Halbzeit messen lassen müssen. Ein abgerutschter Abschluss von Brandenburger landete ca. 15 Minuten nach Wiederanpfiff etwas glücklich bei Winkler, der Pfosten verhinderte einen Einschlag. Auch Weichert verzog nach Querschläger eines SSV-Spielers von halbrechts noch knapp, bis zur mittlerweile überfälligen Führung sollte es allerdings nicht allzu lange dauern. Brandenburger erlief einen langen Ball am Strafraumeck, vernaschte seinen Gegenspieler und legte zurück auf den mitgelaufenen Weichert. Dieser wurde nach kurzem Haken regelwidrig von den Beinen geholt, folgerichtig zeigte der Unparteiische auf den Punkt. Der Gefoulte trat selbst an und verwandelte sicher zur umjubelten Engelsdorfer Führung (66.). Die Markranstädter versuchten sich gegen die drohende Niederlage zu stemmen, allerdings fehlte es ihnen an diesem Tag an Durchschlagskraft im Angriff. Die Spitzen Loimer und Choynacki waren bei Brandwein und Thümmler weiterhin in besten Händen, davor räumten Koenigs und Karwatzky rigoros auf.

Die Vorentscheidung zu Gunsten des Spitzenreiters gab es dann folgerichtig rund zehn Minuten vor dem Ende. Einen präzisen Freistoß von P. Jacobi netzte Brandenburger per Direktabnahme ins lange Eck ein (81.) - sein zehnter Saisontreffer. Fünf Minuten später war es wiederum der Lok-Abwehrchef, der Brandenburger auf die Reise schickte. Zu offensichtlich wurde dieser von seinem Gegenspieler im Strafraum umgerissen, so dass es erneut Strafstoß gab. Wieder lief Weichert an, schickte Egi in die falsche Ecke und sorgte mit seinem zweiten Treffer für den Schlusspunkt der Partie (86.). Fair erkannten auch die Gastgeber den verdienten Engelsdorfer Sieg an und bleiben ihrerseits - trotz der Niederlage und des Abrutschens auf Rang drei - mittendrin im Aufstiegsrennen.

Zum letzten Heimspiel der Hinrunde bekommen die Lok-Kicker am kommenden Samstag Besuch aus dem Leipziger Westen. Ab 14 Uhr wird der Tabellensechste, TSV Böhlitz-Ehrenberg 1990, seine Visitenkarte an der Hans-Weigel-Straße abgeben. mw

Engelsdorf: Schulz - Brandwein, P. Jacobi, Thümmler - Kollrich, Karwatzky, Koenigs, Winkler - Weichert (C) - Apreck, Jama (25. Brandenburger)

Tore: 1:0 K. Thiemig (29.), 1:1 Brandenburger (45.), 1:2 Weichert (66., FE), 1:3 Brandenburger (81.), 1:4 Weichert (86., FE)

Schiedsrichter: k.A.

Assistenten: k.A.

Zuschauer: 40

Bilder zur Partie gibt's HIER!

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