Bevor die Lok-Mannen am Sonntag das Vorhaben elfter Saisonsieg in Angriff nehmen konnten, gab es bereits weit vor Anpfiff einiges zu bewältigen. Das Telefon von Trainer Hans-Joachim Klinger klingelte fast im Minutentakt, eine Spielerabsage jagte die nächste. Zu den verletzten Akteuren gesellten sich krankheitsbedingt zahlreiche weitere Spieler, schlussendlich waren es 12 (!) Mann, die nicht einsatzfähig sein sollten. So schickte der Lok-Coach eine Mannschaft ins Rennen, die in dieser Konstellation wahrscheinlich einzigartig bleiben wird. Neben den beiden Altherren-Spielern Enrico Egermaier (Startelf) und Samuel Smieja (nahm als einziger Akteur zunächst auf der Bank Platz), schnürte auch der eigentliche Mannschaftsleiter Karsten Sichardt die „Töppen”. Wie die bunt zusammen gewürfelte Truppe über 90 Minuten aus der Not eine Tugend machte, war schon bemerkenswert. Mit großem Einsatz und mannschaftlicher Geschlossenheit wurde den keineswegs schlechten Gastgebern die Stirn geboten und somit die Siegesserie weiter ausgebaut.

Tief stehend, machten es die Hausherren dem Tabellenführer in Halbzeit eins nicht gerade leicht, den vielen Ballbesitz in Torgefahr umzumünzen. Zwar lief die Kugel gefällig durch die Engelsdorfer Reihen, einen zielführenden Abschluss gab es jedoch zunächst nicht zu konstatieren. Ein Solo von A. Jacobi wurde im letzten Moment gestoppt, eine Großchance von Brandenburger wegen angeblicher Abseitsstellung zurück gepfiffen. Auch Koenigs mühte sich über rechts redlich, konnte jedoch ebenfalls vorerst keine entscheidenden Akzente setzen.

Die Wahrener lauerten ihrerseits vornehmlich auf Konter. Die Abwehr um Organisator P. Jacobi sowie die zweikampfstarken Junghanns und Thümmler musste stets auf der Hut sein. Bei zwei gefährlichen Vorstößen hatte die Lok-Defensive Schwerstarbeit zu verrichten um einen Gegentreffer zu verhindern, einen Freistoß konnte Fleischer zudem kurz vorm Pausenpfiff souverän entschärfen. Pünktlich (im Gegensatz zum Anpfiff - Assistent Mentzel leitete vorab die Partie der zweiten Wahrener Mannschaft, hatte anschließend wohl noch reichlich Fakten zu Protokoll zu bringen und erschien somit rund 15 Minuten zu spät auf dem Hauptplatz) pfiff der umsichtige Schiedsrichter Košťálek die erste Hälfte ab, torlos ging es in die Kabinen.

Direkt nach Wiederanpfiff hatten die Hausherren nach einem sehenswerten Spielzug die Riesenchance zur Führung, verfehlten aus halbrechter Position nur hauchdünn den Kasten von Fleischer. Fortan machte sich das laufintensive Spiel des Tabellen-Siebenten allerdings mehr und mehr bemerkbar. Die Engelsdorfer Dominanz wurde größer, innerhalb von fünf Minuten gelang es ihnen per Doppelschlag, eine Zwei-Tore-Führung heraus zu schießen. Zunächst schickte Brandenburger den durchstartenden A. Jacobi auf die Reise, der Döhler im TSV-Gehäuse per wuchtigem Abschluss keine Abwehrchance ließ (49.). Kurz darauf schlug die große Stunde von Aushilfs-Mittelstürmer Sichardt. Nach Freistoß von Weichert landete der Ball über Egermaier und Brandenburger direkt vor dessen Füßen, aus kurzer Entfernung netzte er im Stile eines Torjägers ein und krönte seine couragierte Vorstellung mit dem zweiten Lok-Treffer (54.). Als Döhler nach einem Sichardt-Heber wenig später gerade noch die Fingerspitzen an den Ball bekam, konnte er eine vorzeitige Entscheidung gerade noch verhindern.

Der TSV steckte keinesfalls auf, war in einer durchweg fairen Partie allerdings nicht mehr in der Lage, den Spitzenreiter ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Mit der nötigen Ruhe und Souveränität ließen die Engelsdorfer bis zum Ende hin nichts mehr anbrennen, der für Apreck in die Partie gekommene Smieja fügte sich ebenfalls nahtlos ein. Durch A. Jacobi und Brandenburger besaß man in den Schlussminuten noch zwei Möglichkeiten zu erhöhen, beide Schüsse verfehlten jedoch ihr Ziel. So blieb es letztlich bei einem verdienten 2:0-Auswärtserfolg, auf den man bezüglich der Umstände durchaus stolz sein darf!

Weiter geht's am kommenden Samstag auf eigenem Platz, wo um 14 Uhr das Nachbarschaftsduell gegen den FC Eintracht Holzhausen 93 angepfiffen wird. mw

Engelsdorf: Fleischer - Junghanns, P. Jacobi, Thümmler - Koenigs, Egermaier, Weichert (C), A. Jacobi - Apreck (71. Smieja), Brandenburger - Sichardt

Tore: 0:1 A. Jacobi (49.), 0:2 Sichardt (54.)

Schiedsrichter: Jiří Košťálek

Assistenten: Martin Metzle, Tim Müller

Zuschauer: 50

Bilder zur Partie gibt's HIER!

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