Es war das erwartet harte Stück Arbeit: mit 2:1 konnten die Engelsdorfer die Spielvereinigung 1899 Leipzig auf eigenem Platz bezwingen, damit den ärgsten Verfolger auf acht Punkte distanzieren und so die souveräne Tabellenführung weiter ausbauen.

Erneut musste Coach Klinger auf zahlreiche Akteure verzichten. Den sieben fehlenden Spielern stand erfreulicherweise auch das Comeback von Junghanns entgegen, der nach monatelanger Verletzungspause endlich sein erstes Meisterschaftsspiel absolvieren konnte. Somit musste im Vergleich zum Rotation-Sieg auf vier Positionen umgebaut werden, was dem Spiel der Heimelf zunächst nicht unbedingt gut tat. Zu wenig Laufbereitschaft und fehlende Durchschlagskraft im Vorwärtsgang machte es den Gästen zunächst leicht, ebenbürtig zu agieren. Nach vergeblichen Versuchen aus der Distanz von A. Jacobi sowie Weichert, waren es die Lindenauer, die die zwei besten Möglichkeiten in der Anfangsphase besaßen. Nach Engelsdorfer Ballverlusten im Aufbauspiel scheiterten sie im direkten Duell mit Fleischer je einmal am Pfosten sowie am blitzschnell reagierenden Lok-Keeper.

In Führung gingen zehn Minuten vorm Pausenpfiff dann allerdings die Lok-Mannen. Nachdem sich Winkler über links durchtankte, wurde er am Strafraumeck regelwidrig von den Beinen geholt. Die Gäste wollten den Tatort außerhalb des Sechzehners erkannt haben und protestierten vehement - eine zugegebenermaßen knappe Kiste. Weichert war’s egal, gewohnt sicher verwandelte der Lok-Kapitän zur Führung für sein Team (35.). Da sich bis zum Pausenpfiff keine der beiden Teams mehr entscheidend in Szene setzen konnte, ging es mit einer knappen Führung der Heimelf in die Kabinen.

Nach dem Wechsel änderte sich wenig am Spielgeschehen. Beide Mannschaften schenkten sich weiterhin nicht viel, das Spiel war durchaus umkämpft jedoch keinesfalls unfair. Für Unruhe sorgte vornehmlich das Schiedsrichtergespann. Durch zweifelhafte und teils haarsträubende Entscheidungen auf beiden Seiten, zog es sich kontinuierlich den Unmut der Akteure zu und sorgte so für reichlich Kopfschütteln auf und neben dem Platz. Warum von einer konsequenten Linie - die in den ersten dreißig Minuten der Partie durchaus vorhanden war - im Laufe der Partie immer weiter abgerückt wurde, bleibt wohl das Geheimnis des Unparteiischen.

Fußball wurde auch noch gespielt, wenngleich weiterhin lediglich Stückwerk auf dem Platz angeboten wurde. So war es nicht verwunderlich, dass auch der zweite Treffer der Partie einem Strafstoß entsprang. Nach Foul von Junghanns lag Referee Gutmann in dieser Szene richtig und zeigte auf den Punkt. Prautzsch ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen und schickte Fleischer in die falsche Ecke (60.). Durch passives Verhalten der Klinger-Elf hat sich der Treffer der Gäste zwar nicht unbedingt angedeutet, allerdings wurde in dieser Phase eindeutig zu wenig in Richtung SpVgg-Tor unternommen. Dies änderte sich nach dem Ausgleichstreffer allerdings umgehend. Mit mehr Zielstrebigkeit wurde nun versucht, die Gäste unter Druck zu setzen. Ein Versuch von A. Jacobi zischte knapp drüber, Brandenburger scheiterte aus Nahdistanz an 1899-Schlussmann Puzanov. Geduldig wurde versucht die Lücke im Abwehrverbund der Gäste zu finden, letztlich sorgte A. Jacobi mit toller Einzelleistung für die Entscheidung zu Gunsten des Spitzenreiters. Per Hacke gelangte der Ball von Brandwein zum Torschützen, der sich gegen drei Gegenspieler durchsetzte und auch vor Puzanov kühlen Kopf bewahrte. Wuchtig hämmerte er die Kugel mit seinem sechsten Saisontor in die Maschen, von diesem Rückstand sollte sich die Döhrmann-Elf bis zum Ende der Partie nicht mehr erholen.

So endete auch das zehnte Punktspiel mit einem Sieg für die Engelsdorfer, die am kommenden Sonntag beim TSV 1893 Leipzig-Wahren zu Gast sein werden. mw

Engelsdorf: Fleischer - Junghanns, P. Jacobi, Brandwein - Seidel, Weichert (C), Karwatzky (62. Thümmler), Winkler - A. Jacobi - Apreck, Brandenburger

Tore: 1:0 Weichert (35., FE), 1:1 Prautzsch (60., FE), 2:1 A. Jacobi (79.)

Schiedsrichter: Denis Gutmann

Assistenten: Andreas Kraska, Hannes Schröck

Zuschauer: 45

Bilder zur Partie gibt's HIER!

Nach oben