Nachdem die Engelsdorfer im Ligabetrieb zuletzt viermal hintereinander unbesiegt blieben, hat's die Klinger/Mißlitz-Truppe am vergangenen Samstag mal wieder erwischt. Mit 1:3 zog man bei der SG LVB im Connewitzer Holz den Kürzeren und verpasste damit die Chance, an den Blau-Gelben in der Tabelle vorbei zu ziehen. Zeigte sich die Heimelf im ersten Durchgang als das bessere Team, so waren die Lok-Kicker nach der Pause spielbestimmend, verpassten jedoch auf Grund mangelhafter Chancenverwertung und zu einfacher Gegentreffer letztlich zumindest einen Punktgewinn.

Mit einigen Veränderungen zur Vorwoche - Buegger, Haller und Brandwein rutschten neu ins Team - hatten sich die schwarz gekleideten Gäste einiges vorgenommen. Von Beginn an zeigten allerdings die Hausherren, warum sie in der Tabelle aktuell ganz vorn mitmischen. Mit gutem Pass- und schnellem Umschaltspiel machten sie ordentlich Dampf und erspielten sich in den Anfangsminuten ein deutliches Übergewicht. Immer wieder hebelten sie die Defensive der Engelsdorfer aus, erste Torannäherungen brachten durch tolle Paraden von Kittel oder zu unpräzise Abschlüsse zunächst keinen Erfolg. Bis zum verdienten Führungstreffer dauerte es aber nicht allzu lange. Über die linke Angriffsseite der Hausherren ging die Post ab, der eingelaufene Weiser brachte mit etwas Glück die Kugel gegen die Laufrichtung vom Lok-Keeper unter (17.). Zu allem Überfluss musste eine Minute später bereits das erste Mal auf Engelsdorfer Seite gewechselt werden. Für den angeschlagenen Haller besetzte Kaden fortan den linken Flügel, Seidel rutschte dafür ins Zentrum.

Nach rund zwanzig Minuten gelang es den Lok-Kickern, mehr Zugriff auf Spiel und Gegner zu bekommen. Nach klasse Angriff über rechts bediente Koenigs mustergültig Alex Jacobi im Rückraum, der den Ball allerdings drüber jagte. Eine identische Szene kurze Zeit später brachte ebenfalls nichts ein, diesmal verpasste die Nummer 14 der Lok-Elf die Eingabe nur um Zentimeter.

Die umkämpfte jedoch überwiegend faire Partie verlief nun deutlich ausgeglichener. Die Gäste ließen den Ball ordentlich laufen und traten den Hausherren endlich entschlossener entgegen. Inmitten dieser Phase schlugen die Straßenbahner jedoch ein zweites Mal eiskalt zu. Im Anschluss an eine unnötige Ecke bekamen Kittel und Brandenburger das Streitobjekt nicht aus der Gefahrenzone, Weinlich war zur Stelle und donnerte es zum 2:0 in die Maschen (33.).

Resignation seitens der Lok-Kicker? Weit gefehlt. Die Schlussminuten der ersten Hälfte gehörten dem Aufsteiger. Mit Glück und einem großartigen Kaiser zwischen den Pfosten verhinderten die LVB-Mannen den Anschlusstreffer. Zunächst war es Brandwein, der den LVB-Keeper aus rund 16 Metern auf Herz und Nieren prüfte. Beim direkt anschließenden Weichert-Eckball war dieser bereits geschlagen, den Kopfball von Brandwein kratzte diesmal ein blau-gelber Feldspieler von der Linie.

Die größte Möglichkeit, es noch vor der Pause wieder spannend zu machen, vergab kurz darauf Brandenburger. Gedankenschnell spritzte er in einen zu kurz geratenen Rückpass, umkurvte Kaiser, traf im Anschluss jedoch nur das Außennetz. Dementsprechend ging es mit einem Zwei-Tore-Rückstand aus Sicht der Engelsdorfer in die Pause, wohlwissend, dass hier noch nichts verloren war.

Mit dem Vorhaben, nochmal alles rein zu hauen und möglichst schnell den Anschluss herzustellen, kamen die Lok-Kicker wieder aufs aufgeweichte Grün. Nachdem sich zunächst Koenigs und Alex Jacobi aus der Ferne probierten, sorgte wenig später ein Standard für den gewünschten Erfolg. Weichert brachte den ruhenden Ball scharf nach innen und Patrick Jacobi rammte ihn per Kopf zum 1:2 ins Netz (58.). Mit viel Einsatz entschied der Aufsteiger in der Folgezeit zahlreiche Zweikämpfe und zweite Bälle zu seinen Gunsten. Trotz Engelsdorfer Dominanz, hielten die Straßenbahner ihren Gegner weitestgehend vom eigenen Kasten fern. Außer Distanzschüssen von Patrick Jacobi oder Kapitän Weichert, die ihr Ziel verfehlten, brachte man wenig verwertbares zu Stande.

So lief die Uhr natürlich für die Heimelf, die in der Nachspielzeit den Deckel endgültig drauf machte. Einen Konter gegen die aufgerückten Gäste vollendete Abdelrahim aus stark abseitsverdächtiger Position zum 3:1-Endstand (90.+5). Ohne nochmal anzupfeifen, beendete der Unparteiische die Partie, die vierte Saisonpleite für die Lok-Kicker war damit aktenkundig. Mit etwas mehr Cleverness wäre gegen einen der Titelaspiranten ganz sicher auch mehr möglich gewesen, wenngleich der Sieg der Gastgeber alles in allem nicht unverdient war.

Viel Zeit zum Trübsal blasen bleibt indes nicht. Zum Drittrundenmatch im Stadtpokal sind die Engelsdorfer am Reformationstag erneut auswärts am Ball, treffen ab 14:30 Uhr auf der Mühlwiese bei der SG Olympia 1896 Leipzig auf einen alten Bekannten. mw

Engelsdorf: Kittel - Buegger, Apreck, Brandwein - Koenigs, Seidel, Haller (18. Kaden), Seidel - Weichert (C) (90. Winkler) - A. Jacobi, Brandenburger (80. Jama)

Tore: 1:0 Weiser (17.), 2:0 Weinlich (38.), 2:1 P. Jacobi (58.), 3:1 Abdelrahim (90.+5)

Schiedsrichter: Maximilian Beyer

Assistenten: Cornelius Jan Schlittgen, Thomas Blaskiewitz

Zuschauer: 25

Bilder zum Spiel gibt's HIER!

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